Eltern-News: Lebenserwartung, Erziehung, Geld und Schulstart 2026/27

Autor: Eltern-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen elterlicher Langlebigkeit, prägenden Erziehungsmustern und Kontaktabbrüchen zwischen Eltern und Kindern.

Eltern im Fokus: Lebenserwartung, Erziehung, Geld und Schulstart

Alter der Eltern kann mit eigenem Sterberisiko zusammenhängen

Wie alt ein Mensch wird, hängt laut einem Bericht der WELT auch mit der Lebenserwartung der Eltern zusammen. Wissenschaftler der Alternsforschung und Genetik des Albert Einstein College of Medicine in New York werteten dafür die Daten von insgesamt 4030 Nachkommen von Hundertjährigen aus.

Untersucht wurden Menschen, von denen mindestens ein Elternteil das 100. Lebensjahr erreicht hatte. Verglichen wurden sie mit Nachkommen einer Kontrollgruppe, deren Eltern eine kürzere Lebenserwartung hatten. Die Studie wurde im Fachmagazin „JAMA Network“ veröffentlicht.

Nach Darstellung der WELT starben die Kinder von Hundertjährigen nicht nur später. Bei ihnen traten auch bestimmte altersbedingte Erkrankungen später und seltener auf.

Untersuchter BereichErgebnis
Sterberisikoum 42 Prozent geringer
Erwartetes Sterbealterim Mittel um gut drei Jahre nach hinten verschoben
Herz-Kreislauf-Erkrankungenum rund ein Drittel geringeres Risiko
Bluthochdruckum etwa 32 Prozent reduziertes Risiko
Auftreten von Bluthochdruckim Durchschnitt rund fünf Jahre später

Die Unterschiede blieben weitgehend bestehen, nachdem die Forscher Faktoren wie Geschlecht, Bildungsstand sowie – je nach Studie – Rauchen, Bewegung, Ernährung, Alkoholkonsum und den sozioökonomischen Status berücksichtigt hatten. Die Forscher leiten daraus jedoch keine direkte Aussage über eine Vererbung der Langlebigkeit ab, da es sich um eine Beobachtungsstudie handelte und nicht direkt untersucht wurde, welche Gene für den Effekt verantwortlich sein könnten.

Zusammenfassung: Nachkommen von Hundertjährigen hatten in der ausgewerteten Studie ein um 42 Prozent geringeres Sterberisiko und ein späteres Auftreten bestimmter Erkrankungen. Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang, belegen aber keine direkte genetische Ursache.

„Eierschalen-Eltern“ können Kinder bis ins Erwachsenenalter prägen

Die Frankfurter Rundschau berichtet über das Phänomen der sogenannten „Eggshell-Parents“, auf Deutsch „Eierschalen-Eltern“. Gemeint sind Eltern, bei denen Kinder die Stimmung besonders vorsichtig beobachten und das Gefühl entwickeln, jede Situation abwägen zu müssen, um keinen Konflikt auszulösen.

Die US-amerikanische Psychologin Kim Sage prägte den Begriff. Die systemische Therapeutin und Autorin Melanie Hubermann erklärte gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media, häufig handle es sich um eine transgenerationale Weitergabe: Eltern hätten selbst ein Trauma erlebt oder stammten aus einer Familie, in der es Traumata gebe.

„Es handelt sich oft um eine transgenerationale Weitergabe. Häufig haben die Eltern selbst ein Trauma erlebt oder kommen aus einer Familie, in der es Traumata gibt.“

Wer selbst in einem solchen Umfeld aufgewachsen sei, habe möglicherweise nicht gelernt, eigene Gefühle zu zeigen oder zu regulieren. Bei Kindern könne dadurch das Empfinden entstehen, sie müssten „auf Eierschalen laufen“, weil sie nicht wüssten, wie die Stimmung gerade sei. In diesen Familien komme es laut Hubermann häufig auch zu unkontrollierten Wutausbrüchen.

Die Folgen könnten weit über die Kindheit hinausreichen. Betroffene seien oft ständig auf die Gefühle anderer Menschen konzentriert, übernähmen zu viel Verantwortung und stünden unter Dauerstress. Im Erwachsenenalter könnten sie auf der Suche nach Liebe, Anerkennung oder Schutz in ungesunde Beziehungen geraten.

Viele Menschen erkannten die Muster laut dem Bericht erst, wenn sie selbst Eltern würden. Dann bemerkten sie beispielsweise, dass sie ihre eigenen Kinder nicht anschreien wollten, aber Schwierigkeiten hätten, so mit ihnen in Beziehung zu gehen, wie sie es sich wünschten.

Hubermann zufolge könne das Verständnis für die Geschichte der eigenen Eltern entlasten und dabei helfen, eigene Grenzen zu erkennen. Wer erkenne, wie er aufgewachsen sei, und sich entscheide, es anders zu machen, könne den Kreislauf durchbrechen.

„Das ist ein wichtiger Schritt – und eine große Chance auf Heilung, für sich selbst und für die nächsten Generationen.“

Zusammenfassung: Der Bericht beschreibt „Eierschalen-Eltern“ als Eltern, deren wechselhafte Stimmung oder heftige Reaktionen Kinder dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzen können. Selbstreflexion und das Erkennen familiärer Muster werden als mögliche Schritte beschrieben, um den Kreislauf zu durchbrechen.

Kontaktabbruch zwischen Eltern und Kindern: Podcast gibt Betroffenen eine Stimme

Das Hamburger Abendblatt stellt den Podcast „Wenn Eltern Feinde werden“ und die Geschichte von Thomas Prantner vor. Prantner hatte seine Kinder zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches „Briefe für meine Kinder“ bereits drei Jahre nicht gesehen; mittlerweile seien es über sieben Jahre.

Das 2021 veröffentlichte Buch entstand aus dem Wunsch, nicht untätig zu warten. Prantner schrieb darin an seine Kinder, deren Mutter, Richter, Anwälte und Gutachter und ließ auch enge Freunde zu Wort kommen. Er wollte festhalten, dass seine Kinder in Gedanken jeden Tag bei ihm seien und es immer zwei Seiten einer Medaille gebe.

Der Podcast soll über Eltern-Kind-Entfremdung aufklären und betroffenen Müttern und Vätern, Kindern sowie Großeltern mit ihren individuellen Schicksalen eine Stimme geben. Die Hosts weisen zugleich darauf hin, dass die Geschichten ungewollter Trennung, Manipulation und vollständigen Kontaktabbruchs auch für Zuhörerinnen und Zuhörer schwer seien.

Thomas Prantner verließ Deutschland aus privaten und beruflichen Gründen und ging nach Spanien. Sein Instagram-Kanal bleibt bestehen; Christoph ist inzwischen bisweilen Co-Host und unterstützt den Podcast organisatorisch.

Nach Jahren, in denen er nicht nach Mallorca fliegen konnte, weil ihn die Erinnerungen an gemeinsame Ferien mit seinen Kindern zu sehr belasteten, wagte Prantner 2024 den Schritt zurück auf die Insel. Nach und nach fasste er dort den Entschluss, privat ein neues Leben zu führen.

Im Jahr 2024 verlor er nach eigener Darstellung vor Gericht in Hamburg das Sorgerecht für seine Kinder. Als Grund sei angeführt worden, dass er seinen Sohn und seine Tochter durch das Buch öffentlich bloßgestellt habe. Prantner bestreitet dies und erklärt, die Identität der Kinder sei im Buch nicht preisgegeben worden. Nach mehreren Verhandlungen habe er sich entschieden, keinen weiteren Prozess zu führen.

Im Podcast beschreibt Prantner die Situation der Kinder als permanenten Loyalitätskonflikt zwischen den Eltern. Er wolle keinen Druck auf sie ausüben und auch die Großeltern nicht instrumentalisieren, um Kontakt zu seinen Kindern herzustellen.

Stattdessen sende er nach eigener Aussage positive Gedanken an seine Tochter und seinen Sohn. Er betreibe Sport, ernähre sich gesund und meditiere bisweilen am Meer, damit er fit sei, wenn er seinen Kindern eines Tages wieder begegne.

Eine Begegnung der Kinder mit ihrem Großvater in der Hamburger City habe ihm Hoffnung gegeben. Der Großvater erfuhr, dass es in der Schule gut laufe, die Jugendlichen mehrere Sprachen lernten und sportlich sowie dynamisch seien. Prantner sieht Großeltern als mögliche Brücke zwischen den Generationen, betont aber zugleich, dass der Kontakt nicht erzwungen werden solle.

„Ich sende immer nur positive Gedanken an meine Tochter und meinen Sohn.“

Zusammenfassung: Das Hamburger Abendblatt berichtet über einen Podcast zu Eltern-Kind-Entfremdung und über Thomas Prantners jahrelangen Kontaktabbruch zu seinen Kindern. Er setzt auf Geduld, positive Gedanken und die Verbindung über die Großeltern, ohne die Kinder unter Druck setzen zu wollen.

Teenager und Geld: Notwendiges bleibt Aufgabe der Eltern

Bei der Frage, welche Ausgaben Eltern für Teenager übernehmen sollten, unterscheidet gofeminin zwischen notwendigen Kosten und persönlichen Wünschen. Entscheidend sei nicht in erster Linie der Preis, sondern die Notwendigkeit einer Anschaffung.

Zum normalen Versorgungsbereich zählt der Beitrag Kleidung und Schuhe, notwendige Schulmaterialien, notwendige Fahrtkosten, die Handy-Grundversorgung, Ausrüstung für Sport und Hobbys, Körperpflege sowie Essen und Getränke zu Hause.

Geht ein Wunsch über das Notwendige hinaus, kann der Teenager die Mehrkosten selbst oder anteilig übernehmen. Als Beispiel nennt gofeminin eine Markenjeans: Die Eltern zahlen den normalen Jeanspreis, während das Kind den Markenaufschlag übernimmt.

Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt laut dem Beitrag für 16- bis 17-Jährige, die noch vollständig von ihren Eltern abhängig sind, 40 bis 60 Euro Taschengeld im Monat. Für 14- bis 15-Jährige werden 25 bis 40 Euro im Monat genannt. Diese Beträge seien Orientierungswerte und nicht dafür gedacht, sämtliche persönlichen Ausgaben zu finanzieren.

AlterEmpfohlenes Taschengeld im Monat
14- bis 15-Jährige25 bis 40 Euro
16- bis 17-Jährige40 bis 60 Euro

Das Taschengeld soll Teenagern ermöglichen, eigenständig über einen bestimmten Betrag zu verfügen. Dazu können beispielsweise ein Eis, ein Kinobesuch oder eine Pizza mit Freundinnen und Freunden gehören. Ist das Taschengeld aufgebraucht, sollte es laut dem Beitrag nicht spontan von den Eltern aufgefüllt werden.

Zusätzlich empfiehlt das Deutsche Jugendinstitut Budgetgeld für vorher festgelegte Ausgaben. Dazu können etwa zusätzliche Kleidung, Essen außer Haus oder Kosmetik zählen. Das Budgetgeld kann von den Eltern verwaltet oder bei älteren Teenagern auf das Konto überwiesen werden.

Wird das Budgetgeld nicht vollständig ausgegeben, verfällt es nicht. Es wird gespart und kann später für größere nicht notwendige Anschaffungen verwendet werden.

Auch beim Handy sollten Familien eigene Regeln festlegen. Die Eltern sollten die Grundversorgung für Schule, Kommunikation und Alltag gewährleisten. Ein teures Modell, eine Reparatur nach einem Sturz oder bestimmte App-Käufe könnten hingegen vom Kind finanziert werden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gaben Paarhaushalte mit einem Kind zwischen 12 und 18 Jahren im Jahr 2018 durchschnittlich 953 Euro im Monat aus. In diese Summe flossen anteilige Kosten für Wohnen, Energie, Ernährung, Verkehr und weitere Haushaltsausgaben ein.

Zusammenfassung: Notwendige Ausgaben sollen nach dem Beitrag grundsätzlich die Eltern übernehmen. Taschengeld ist für frei verfügbare Kleinigkeiten gedacht, während Budgetgeld größere, vorher vereinbarte persönliche Ausgaben abdecken kann.

Neues Schuljahr in NRW bringt Tests, Handschrift und Ganztagsanspruch

Im Schuljahr 2026/27 gibt es in Nordrhein-Westfalen mehrere Neuerungen für Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Die Neue Westfälische berichtet, dass fast 2,5 Millionen Schüler an rund 5.400 Schulen wieder mit dem Unterricht beginnen und rund 170.000 neue Erstklässler ihren ersten Schultag haben.

In Klasse 5 starten die ersten Schulen mit neuen Lernstandserhebungen. Die Fünftklässler bearbeiten landesweit einheitliche Aufgaben zu Leseverständnis und grundlegenden mathematischen Kompetenzen. Dadurch sollen Lehrkräfte früh ein Bild von den Kompetenzen ihrer neuen Schüler erhalten.

Fast 500 Schulen bekundeten laut Neuer Westfälischer Interesse an dem freiwilligen Testlauf. Eine Anmeldung ist noch bis Donnerstag, 3. September, möglich. Nach der Pilotphase sollen die Erhebungen für Fünftklässler verpflichtend werden, möglicherweise ab dem kommenden Schuljahr.

Der Lernstand 5 gehört zu insgesamt drei neuen Erhebungen, die das Schulministerium bis 2030 einführen will. Zusätzlich sind Tests in Klasse 2 und 7 geplant. Zusammen mit den Vergleichsarbeiten in den Jahrgangsstufen 3 und 8 sowie den Zentralen Prüfungen der Klasse 10 soll der Lern- und Entwicklungsstand systematisch erfasst werden.

In den Grundschulen lautet eine weitere Devise „Stift zur Hand“. Kinder sollen wieder mehr mit der Hand schreiben und dabei eine sichere und lesbare Handschrift sowie eine ordentliche Rechtschreibung entwickeln. Eine feste Zeitvorgabe wie bei der verbindlichen Lesezeit von dreimal 20 Minuten pro Woche gibt es für die Schreibförderung nicht.

Die Schulen erhalten zunächst eine Checkliste. Sie fragt unter anderem nach dem Stellenwert der Rechtschreibung und nach regelmäßigen Schreibgelegenheiten in allen Fächern. Daraus sollen Ansätze für eine schuleigene Schreibkultur entstehen.

Das zentrale Schülerfeedback wird im zweiten Halbjahr 2026/27 erneut ausgeweitet. Im vergangenen Schuljahr beteiligten sich rund 320.000 Schüler aus mehr als 15.000 Klassen an über 1.500 Schulen. Ab dem Schuljahr 2027/28 soll das Feedback verbindlich werden; für die Auswertung steht eine KI-Assistenz zur Verfügung.

Das Feedback soll Informationen über die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen liefern und kein Instrument zur Bewertung einzelner Lehrer sein. Auch Zielvereinbarungen zwischen Schulen und Schulaufsicht werden künftig durch Ergebnisse des Lernstands 5 und des Schülerfeedbacks ergänzt. Dafür wird im neuen Schuljahr erstmals ein digitales Tool eingesetzt.

Das Schulministerium bietet außerdem landesweit staatliche Lehrerfortbildungen an. Themen sind unter anderem Lesenlernen, Schreiben, der Umgang mit Heterogenität, künstliche Intelligenz im Unterricht, Gewaltprävention, Deeskalation und Kinderschutz. Auch der Umgang mit Desinformation und die Stärkung der Informationskompetenz gehören dazu.

Nach der mehrjährigen Umstellung ist die Rückkehr vom acht- zum neunjährigen Gymnasium abgeschlossen. An den meisten Gymnasien werden wieder neun statt acht Jahrgänge unterrichtet. Im Frühjahr 2027 soll es nach Angaben der Schulministerin wieder rund 70.000 Abiturienten geben; in diesem Jahr waren es aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 nur rund 30.000 Absolventen.

Die Oberstufenreform mit neuen Prüfungsformaten und einem fünften Abiturfach beginnt erst im Schuljahr 2027/28. Oberstufenlehrkräfte erhalten bereits im neuen Schuljahr einen zusätzlichen pädagogischen Tag zur Vorbereitung.

BereichAngabe
Schüler in NRWfast 2,5 Millionen
Schulen in NRWrund 5.400
neue Erstklässlerrund 170.000
verbindliche Lesezeitdreimal 20 Minuten pro Woche
Abiturienten im Frühjahr 2027rund 70.000
Absolventen in diesem Jahrrund 30.000

Zum 1. August trat bundesweit der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung in der Grundschule in Kraft. Er gilt zunächst für Erstklässler und wird jährlich erweitert. Das Land NRW stellt aktuell Geld für 500.500 Plätze im offenen Ganztag zur Verfügung; derzeit gibt es rund 453.000 Plätze.

Es wird damit gerechnet, dass rund 80 Prozent der 170.000 Erstklässler einen OGS-Platz in Anspruch nehmen. In Ostwestfalen-Lippe wurden bei öffentlichen Trägern mehr als 47.399 Plätze nachgefragt, 625 mehr als im Vorjahr mit 46.774 Plätzen. Bei privaten Trägern waren 1.282 Plätze belegt, nach 1.234 im Vorjahr.

In Bielefeld entsteht außerdem ein neues Gymnasium am Seidensticker-Campus. Hinzu kommen zwei Förderschulen in Bielefeld und im Kreis Herford. Im Schuljahr 2025/26 besuchten 11.624 Schülerinnen und Schüler eine Förderschule; diese Zahl sei in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gestiegen.

Zusammenfassung: Das Schuljahr 2026/27 bringt in NRW neue Lernstandserhebungen, mehr Schreibförderung, erweitertes Schülerfeedback und neue Fortbildungsangebote. Für Erstklässler beginnt zugleich der stufenweise eingeführte Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung.

Quellen: