Eltern-Pressespiegel: Social Media, Ferien, Finanzen und Familienkonflikte
Autor: Eltern-Echo Redaktion
Veröffentlicht:
Kategorie: News
Zusammenfassung: Der Pressespiegel behandelt familiäre Erwartungen, Boomer-Lebensweisheiten, gerechtere Sommerferien und strengere Regeln zum Schutz von Kindern in sozialen Medien.
Familiäre Erwartungen, digitale Risiken und steigende Kosten: Der Pressespiegel für Eltern
Schwiegereltern reagieren betroffen auf Babynews
Eine 39-jährige Schwangere hat auf Reddit ihre Enttäuschung über die Reaktion ihrer Schwiegereltern auf die Babynews geteilt. Sie und ihr 42-jähriger Freund erwarten ein Kind, doch die Eltern des Partners hätten nicht mit Jubel reagiert, sondern eher nachdenklich und betroffen gewirkt.
Die Familie hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass das Paar noch ein Kind bekommen würde. Der Freund hat zwei Geschwister, die zusammen vier Kinder haben; die beiden jüngsten waren zum Zeitpunkt des Berichts erst im vergangenen halben Jahr geboren. Für die bisherigen vier Enkel hatten die Großeltern Geld angelegt, Teile der Erstausstattung wie Kinderwagen finanziert und zuletzt für die beiden anderen Familien „noch größere Anschaffungen“ übernommen.
Die werdende Mutter schrieb, ihre Schwiegereltern sähen im „5. Enkel eher eine weitere Verpflichtung“, obwohl sie und ihr Partner finanziell gut aufgestellt seien und keine Unterstützung benötigten. Die Sorge, das Kind könne als „unbeliebter fünfter Enkel on top“ wahrgenommen werden, überschatte nach ihren Worten die Freude auf das Baby.
In der Kommentarspalte wurde die Reaktion unterschiedlich bewertet. Einige Nutzerinnen und Nutzer vermuteten, die Großeltern hätten sich finanziell verkalkuliert und schämten sich, weil sie alle Enkel gleich behandeln wollten. Andere betonten, dass nicht finanzielle Zuwendungen, sondern Zuneigung die Beziehung zu den Enkeln prägen sollte.
„Nicht die Kohle macht die Großeltern – das Herz tut das!“
Der Beitrag verweist außerdem auf weitere Erfahrungen mit empfundenem Desinteresse oder Ungleichbehandlung in Familien. Eine Nutzerin berichtete von einer Hochzeit, bei der die Schwiegermutter erklärt habe, die Feier sei „nichts Besonderes mehr für uns“, weil der älteste Sohn bereits geheiratet habe. Ein anderer Nutzer erinnerte sich daran, dass seine Großeltern Cousins und Cousinen mit großen Lego-Sets und Puppenhäusern beschenkten, während er und seine Schwester Socken und Mandarinen erhielten.
Als Orientierung für die Beziehung zwischen Eltern und Großeltern wird die Kommunikationsberaterin DeeDee Moore genannt. In ihrem Artikel „What Do Parents Really Want from Grandparents?“ schreibt sie, Eltern wünschten sich vor allem Großeltern, die sich über das Enkelkind freuten, Meilensteine feierten und verlässliche Partner in der Erziehung seien.
Infobox: Die Reaktion der Schwiegereltern belastet die werdenden Eltern, obwohl keine finanzielle Unterstützung erwartet wird. Als möglicher Ausweg werden Geduld, offene Gespräche und der Fokus auf bedingungslose Liebe genannt. Quelle: fr.de; Reddit; morethangrand.com.
Sieben Boomer-Sätze, die Millennials heute nachvollziehen können
Familie.de beschreibt sieben typische Sätze der Boomer-Eltern, die viele Menschen zwischen 30 und 45 Jahren früher als nervig empfanden und heute selbst verstehen. Mit zunehmendem Alter, eigener Verantwortung und eigenen Kindern habe sich bei vielen Millennials die Perspektive verändert.
Der Satz „Wir haben Essen zu Hause“ steht dabei für Sparsamkeit und Selbstversorgung. Wer beim Online-Banking viele Lieferando- und Wolt-Abbuchungen sieht oder zum dritten Mal in der Woche auswärts isst, könne den früheren Hinweis besser nachvollziehen. Selbst zu kochen spare Geld, sei oft gesünder und könne besser schmecken.
Auch die Aussage „Eine Minute bist du 15, und im nächsten Moment bist du 50“ werde mit dem Alter verständlicher. Die ersten 30 Lebensjahre hätten sich im Rückblick lang angefühlt, während die Zeit mit Kindern und ab dem Überschreiten der 40 schneller zu vergehen scheine.
Beim Satz „Dein Körper tut mit 30 weh? Warte mal, bis du 40 bist“ gehe es um Rückenschmerzen, steife Gelenke und weitere Beschwerden. Für Frauen wird außerdem die Perimenopause erwähnt; mit 50 kämen laut dem Artikel Arthritis und andere Beschwerden hinzu.
„Tür zu … und Licht aus!“ sowie „Wir heizen nicht für draußen“ werden mit den Kosten für Energie in Verbindung gebracht. Gerade angesichts der ständigen Öl- und Gaskrisen könne sich ein hoher Heizverbrauch bei schlecht isolierten Wohnungen und offenen Türen deutlich auf die Nebenkosten auswirken.
Der Rat „Wenn du nicht willst, dass jemand etwas erfährt, dann rede nicht darüber und schreibe es nicht auf“ erhält durch Screenshots, Cloud-Speicher und soziale Medien eine neue Bedeutung. Einmal digital veröffentlichte Inhalte ließen sich kaum noch löschen; Nachrichten könnten weitergeleitet und E-Mails in falsche Postfächer geschickt werden.
„Nimm dir Zeit für deine Arbeit – auch wenn der Job nicht perfekt ist“ wird im Artikel neu interpretiert. Aufgaben ordentlich zu erledigen, könne mit Selbstrespekt verbunden sein, ohne dass dies naive Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber bedeuten müsse.
Der siebte Satz lautet: „Ihr könnt nicht alles zusammen machen – gebt euch auch Raum.“ Getrennte Hobbys, eigene Freundeskreise und manchmal separate Urlaube könnten Partnerschaften entlasten, weil ein Partner oder eine Partnerin nicht alle Bedürfnisse erfüllen müsse.
Familie.de führt den Sinneswandel auf zunehmendes Alter, eigene Verantwortung und möglicherweise eigene Kinder zurück. Familiengeschichten und elterliche Ratschläge würden Werte und Lebenslektionen vermitteln, die junge Erwachsene teilweise erst Jahre später anerkennen.
Infobox: Die sieben Lebensweisheiten betreffen Essen, Zeit, körperliche Veränderungen, Energieverbrauch, digitale Vorsicht, Arbeit und Freiräume in Beziehungen. Der Artikel betont, dass Generationen voneinander lernen können. Quelle: familie.de.
NRW fordert gerechtere Sommerferien-Termine
Der Streit um die Sommerferientermine in Deutschland geht laut RP Online in eine entscheidende Phase. Die Bundesländer verhandeln derzeit über die künftige Verteilung, und aus dem NRW-Schulministerium heißt es, bis zum Ende des Jahres werde voraussichtlich eine erste Beschlussempfehlung vorliegen.
Diese Empfehlung soll als Grundlage für weitere Abstimmungsrunden dienen. Elternvertreter in Nordrhein-Westfalen erwarten konkrete Ergebnisse und fordern ein Ende der aus ihrer Sicht dauerhaften Sonderstellung Bayerns bei den Ferienzeiten.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen die Interessen von Familien und Schulen. Eltern und Lehrer müssen ihre Urlaubsplanung, Betreuungsangebote und schulischen Abläufe an den Ferienterminen ausrichten, während die Länder eine gemeinsame Regelung finden müssen.
RP Online berichtet, dass Elternvertreter von Schulministerin Feller „Nägel mit Köpfen“ erwarten. Ein erster Vorschlag bis zum Jahresende gilt als nächster konkreter Schritt in den Verhandlungen.
Infobox: Die Länder beraten über eine neue Verteilung der Sommerferien. Eine erste Beschlussempfehlung wird bis zum Ende des Jahres erwartet; Elternvertreter in NRW verlangen gerechtere Termine. Quelle: RP Online.
Kinderärzte kritisieren Schutz von Kindern in sozialen Medien
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen fordert von der Bundesregierung „harte Regeln“ für Plattformen wie TikTok, Instagram und andere soziale Medien. Gleichzeitig spricht der Verband von einem „gravierenden Elternversagen“ beim Schutz von Kindern vor problematischer Nutzung.
Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien bereitet laut heise online ein deutsches Gesetz mit einer Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Nutzung sozialer Medien vor. Die deutsche Regelung soll sich am Prozess auf EU-Ebene orientieren.
BVKJ-Bundessprecher Jakob Maske erklärte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, Social Media mache gerade junge Menschen „krank und dumm“. In seiner Praxis beobachte er täglich eine Verschärfung der Probleme; Kindern falle es zunehmend schwer, sich dem Einfluss der Plattformen zu entziehen.
„Wenn ich ins Wartezimmer schaue, kleben dort Eltern und Kinder an ihren Smartphones.“
Die Kritik richtet sich auch gegen Eltern, die ihre Kinder bereits im Kleinkindalter mit Smartphones, Kopfhörern und Tablets beschäftigen, damit sie ruhig seien. Als konkretes Risikobeispiel wird Roblox genannt, das ab 16 Jahren freigegeben ist und in dem Kinder in Umgebungen mit Inhalten geraten könnten, die sie als Erwachsene nicht sehen wollten.
Ein Verbot allein hält der BVKJ jedoch nicht für ausreichend. Nach Beobachtung des Verbandes umgingen in Australien acht von zehn Jugendlichen ein Verbot und nutzten die Anwendungen trotzdem. Altersgrenzen in den Nutzungsbedingungen würden zudem nicht zuverlässig kontrolliert, und manipulierbare Voreinstellungen könnten von Jugendlichen umgangen werden.
Ministerin Prien unterstützt eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Nutzung von TikTok, Instagram oder Snapchat. Für die Altersgruppen von 13 bis 16 und von 16 bis 18 Jahren kündigt sie zusätzliche Maßnahmen an, die sich gegen die Plattformen und nicht gegen die Jugendlichen richten sollen.
Die Altersverifikation soll über die EUDI-Wallet erfolgen. Diese soll eine sichere Identifizierung online und offline sowie die Nutzung von Authentifizierungsdiensten in der gesamten EU ermöglichen. Prien hoffe, dass die Wallet Anfang nächsten Jahres fertig sei; Eckpunkte für die deutsche Gesetzgebung sollen bis Ende des Sommers vorliegen, wobei das Verfahren laut ihrer Einschätzung mindestens ein halbes Jahr dauern dürfte.
Auch eine von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingesetzte Expertenkommission empfiehlt eine Altersgrenze von 13 Jahren. Für Kinder unter 13 Jahren soll der Zugang verboten oder stark eingeschränkt werden; Ausnahmen wären eine zeitlich begrenzte Nutzung, die Aufsicht der Eltern oder ein pädagogischer Kontext. Kleinkinder unter drei Jahren sollten Bildschirmen möglichst gar nicht ausgesetzt werden.
In Europa zeichnet sich unterdessen ein unterschiedlicher Umgang mit dem Thema ab. Frankreich hat laut heise online als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige beschlossen; Spanien, Griechenland und Österreich planen ebenfalls gesetzliche Verbote für Minderjährige. Die EU-Kommission will bis Herbst erste Regulierungsvorschläge vorlegen.
Infobox: Kinderärzte verlangen strengere Regeln für Plattformbetreiber und kritisieren zugleich das Nutzungsverhalten vieler Eltern. Im Raum stehen eine Altersgrenze von 13 Jahren, technische Alterskontrollen und ein gestuftes Schutzmodell. Quelle: heise online; dpa; Neue Osnabrücker Zeitung.
Finanzielle Bildung soll laut Finanzmanager früh beginnen
Seth Wunder, Finanzvorstand von Acorns, hält das Alter von acht Jahren für einen möglichen Zeitpunkt, um mit finanzieller Bildung zu beginnen. Im Mittelpunkt seiner Empfehlungen stehen Beständigkeit, das Verständnis für den Zinseszins und der Umgang mit den Höhen und Tiefen der Märkte.
Wunder beruft sich auch auf seine eigene Erfahrung. Er lernte den Aktienhandel als Mitglied des Investment-Clubs seiner Schule in der sechsten Klasse kennen und gibt die dabei gewonnenen Erkenntnisse heute an seine eigenen Kinder weiter.
„Ich halte es für wirklich wichtig, mit der Bildung anzufangen.“
Die erste Lektion lautet, konsequent zu investieren. Wunder beschreibt Gewohnheiten als einen wichtigen Faktor und nennt 5 Dollar pro Tag als möglichen Ausgangspunkt. Ein früher Beginn und Beharrlichkeit könnten Menschen helfen, Unsicherheit darüber zu überwinden, wo sie mit dem Investieren anfangen sollten.
Als zweite Lektion nennt Wunder die Kraft des Zinseszinses. Ein kleiner Geldbetrag, der sich im Laufe der Zeit verzinst, könne zu einer großen Summe werden. Zugleich betont er den Wert der Geduld beim Vermögensaufbau.
Die dritte Lektion betrifft die Schwankungen an den Märkten. Rückgänge könnten für Anleger beängstigend sein; entscheidend sei jedoch, dem Drang zur Panik zu widerstehen. Kursrückgänge könnten als Möglichkeit betrachtet werden, mehr Aktien zu einem günstigeren Preis zu erwerben.
„Zeit im Markt“ statt „Timing des Marktes“ ist wirklich entscheidend.
Der Artikel stellt die frühe Finanzbildung außerdem in den Zusammenhang mit einer zunehmend spielerischen Darstellung der Märkte, riskanten Wetten auf Prognosemärkten und Aktienoptionen sowie fragwürdigen Finanzratschlägen in sozialen Medien. Wissen könne Kindern helfen, zwischen Investieren und Glücksspiel zu unterscheiden.
Infobox: Die drei im Artikel genannten Lektionen sind konsequentes Investieren, das Verständnis für den Zinseszins und der Umgang mit Marktbewegungen. Seth Wunder empfiehlt, finanzielle Bildung bereits im Alter von acht Jahren zu beginnen und nennt 5 Dollar pro Tag als Ausgangspunkt. Quelle: Business Insider Deutschland.
Schulstart belastet Berliner Familien finanziell
Die Berliner Morgenpost widmet sich den Kosten des Schulstarts für Berliner Eltern. Bereits der Titel nennt Schulranzen, Blöcke und weitere Ausgaben als zentrale Bestandteile der Anschaffungsliste.
Der Beitrag ordnet das Thema in den Bereich Schule und Familie ein und verweist auf die finanziellen Belastungen, die rund um den Beginn des Schuljahres entstehen können. Konkrete Preise oder eine Gesamtsumme für die Ausstattung sind im vorliegenden Quelltext nicht enthalten.
Infobox: Der Schulstart bringt für Berliner Eltern Ausgaben für Schulranzen, Blöcke und weitere Schulmaterialien mit sich. Quelle: Berliner Morgenpost.
Quellen:
- Schwiegereltern reagieren betroffen auf Babynews – Schwangere ist erschüttert: „Freuen sich nicht über Enkel“
- 7 Sätze unserer Boomer-Eltern, die wir heute mit 40 endlich verstehen und ziemlich oft selber sagen
- Vorschlag bis Jahresende erwartet: NRW pocht auf gerechte Sommerferien-Termine
- Kinderärzte werfen Eltern Versagen beim Social-Media-Schutz vor
- 3 Lektionen über den Markt, die Eltern ihren Kindern schon früh beibringen sollten
- Schulranzen, Blöcke & Co.: So teuer ist der Schulstart für Berliner Eltern