Sechs Jahre unseres Lebens verbringen wir in Träumen, an die wir uns nicht erinnern
Autor: Eltern-Echo Redaktion
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Kategorie: Presseberichte
Zusammenfassung: Muse startet die Beta von Dream Recall, das per EEG den Aufwachzeitpunkt optimiert, um Traumerinnerung, kreatives Denken und emotionale Verarbeitung zu fördern.
Toronto [Kanada], 25. August 2026 – Heute Nacht wirst du vier- bis sechsmal träumen.² Beim Frühstück wird fast alles davon verschwunden sein. Über ein ganzes Leben summiert sich das Träumen auf ungefähr sechs Jahre an Erfahrung, die uns nicht erhalten bleiben.²
Muse by Interaxon startet heute die Beta-Phase von Dream Recall, einer Funktion, die den Zeitpunkt des Aufwachens auf einen Traum abstimmt, damit du dich daran erinnern, ihn später wieder aufrufen und ihn verarbeiten kannst. Dream Recall ist Teil von Smart Wakeup und ab sofort in der Beta-Version für bestehende Muse-Premium-Abonnenten mit einem Muse S oder Athena verfügbar.
Was wir jeden Morgen verlieren
Die Forschung darüber, was Träume tatsächlich bewirken, liefert zunehmend ein klares Bild: Sie sind es wert, bewahrt zu werden.
Träumt man von einer Aufgabe, kann man sie besser bewältigen. In einer Schlafstudie der Harvard Medical School schnitten Menschen, die im Schlaf von einem zuvor gelernten Labyrinth träumten, beim anschließenden Test rund zehnmal besser ab als Teilnehmer:innen, die genauso lange schliefen, aber nicht davon träumten.³ Dieser Befund konnte 2019 in einer vollständigen Studie über Nacht erneut bestätigt werden.³
Der Übergang in den Schlaf ist ein kreativer Sweet Spot. Pariser Forschende gaben Proband:innen Zahlenrätsel mit einer versteckten Abkürzung und ließen sie anschließend kurz einnicken. Wer nur eine Minute in die leichteste Schlafphase glitt, fand die Abkürzung fast dreimal so häufig wie diejenigen, die wach blieben – 83 % gegenüber 31 %. Dieser Effekt verschwand bei denen, die tiefer einschliefen.⁴ Thomas Edison machte Nickerchen mit Stahlkugeln in der Hand, um genau diesen Moment abzufangen. Er lag damit richtig.
Das schlafende Gehirn spielt relevante Informationen erneut ab – selbst wenn die bewusste Erinnerung versagt. In einer in Science veröffentlichten Studie sahen Menschen, die stundenlang Tetris gespielt hatten, die fallenden Blöcke erneut vor ihrem inneren Auge, während sie einschliefen. Dasselbe geschah bei Patienten mit schwerer Amnesie, die sich überhaupt nicht daran erinnern konnten, das Spiel gespielt zu haben.⁵
Träume können sogar einen Dialog ermöglichen. Im Jahr 2021 führten vier unabhängige Forschungslabore in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den USA während des REM-Schlafs Echtzeitgespräche in beide Richtungen mit luziden Träumern. Dabei kamen Geräusche zum Einsatz, die im Wachzustand eingeübt und innerhalb des Traums wiedererkannt wurden.⁶
Auch die Geschichte gibt der Forschung recht. Otto Loewi zufolge kam ihm das Experiment, das ihm später den Nobelpreis einbrachte, in einem Traum. Paul McCartney hat ebenfalls berichtet, dass ihm die Melodie von Yesterday im Traum einfiel.⁷ Diese Ideen blieben erhalten – aus einem einfachen Grund: Die beiden wachten nah genug am Traum auf, um ihn aufzuschreiben.
Träumen ist zudem emotionale Arbeit. Wird der REM-Schlaf nur eine einzige Nacht lang unterdrückt, fallen die Messwerte für negative Stimmung am nächsten Morgen höher aus.⁸
Warum deine Träume verschwinden
Einen Traum zu vergessen ist kein persönliches Versagen. Es liegt daran, wie das schlafende Gehirn funktioniert. Jeder Mensch träumt – auch Menschen, die überzeugt sind, niemals zu träumen. Als französische Forschende Patient:innen mit Schlafstörungen untersuchten, die angaben, noch nie in ihrem Leben geträumt zu haben, stellten sie fest, dass diese Patient:innen während des REM-Schlafs träumten:
Sie stritten, gestikulierten und führten Handlungen aus ihren Träumen aus.⁹ Die Träume waren da. Nur die Erinnerung daran überlebte die Nacht nicht.Während des REM-Schlafs ist die Gehirnchemie, die Erlebnisse im Langzeitgedächtnis verankert, weniger aktiv. Deshalb werden Träume nicht auf dieselbe Weise gespeichert wie Erlebnisse im Wachzustand.⁸ Was bleibt, ist eine fragile Gedächtnisspur – und beim Aufwachen wird sie innerhalb weniger Minuten überschrieben: Bewegung, Licht und die ersten Gedanken des Tages lassen den Traum zerfallen. Deshalb erinnert man sich meist nur an den Traum, aus dem man gerade aufgewacht ist.
In einer CBS-News-Umfrage von 2021 gab nur etwa jede zehnte erwachsene Person an, sich immer an ihre Träume zu erinnern. Mehr als ein Drittel der über 30-Jährigen sagte, dass dies selten oder nie der Fall sei.¹⁰ Traumerinnerung ist eine Frage des richtigen Zeitpunkts – kein Talent. Und Muse wurde für genau solche Timing-Probleme entwickelt.
So funktioniert Dream Recall
Muse erfasst den Schlaf direkt aus der Gehirnaktivität – nicht indirekt über Bewegung oder Herzfrequenz, wie es bei einem Wrist- oder Ringtracker der Fall ist. Die Bestimmung der Schlafphasen wurde unabhängig von Muse in einer klinischen Schlafstudie an der University of Ottawa validiert. Dabei stimmte die von Muse ermittelte Schlafphaseneinteilung je nach Phase zu 88 % bis 96 % mit der von Experten ausgewerteten Polysomnografie überein.¹¹ Da Muse in Echtzeit weiß, in welcher Schlafphase man sich gerade befindet, kann das System genau im richtigen Moment eingreifen – statt nur ungefähr zum richtigen Zeitpunkt.
Dream Recall nutzt diese Präzision auf drei Arten:
• Aufwachen zum richtigen Zeitpunkt: Der Weckzeitpunkt wird auf einen Traum abgestimmt, sodass mehr von ihm noch für die Erinnerung erhalten ist.
• Auto-Snooze: Sobald du beginnst aufzuwachen, wird der Ton schrittweise zurückgenommen und du bleibst an der Schwelle zum Schlaf. So kannst du wieder in den Traum zurückgleiten, anstatt ihn zu verlieren.
• Klangsignal: Ein im Wachzustand eingeübtes akustisches Signal kann dich in den Traum begleiten und dort zu einem wiedererkennbaren Zeichen werden.

(Bild: Muse)
Dream Recall erweitert Sleep, by Design – das Muse-Toolkit, das auf derselben präzisen Schlafphasenerkennung aufbaut: Sleep Assist hilft beim schnelleren Einschlafen, Deep Sleep Boost unterstützt den Tiefschlaf, und Smart Wakeup weckt dich im leichtesten Moment deines letzten Schlafzyklus.
„Wir arbeiten schon seit Jahren am schlafenden Gehirn, und jetzt treffen die Wissenschaft und das Interesse an Träumen genau zur richtigen Zeit aufeinander“, sagt Chris Aimone, Mitgründer und Chief Innovation Officer von Muse. „Träume gehören nicht ins esoterische Regal. Wir sind gespannt, was Menschen mit ihren Träumen anfangen, sobald sie sie festhalten können.“
Warum jetzt
Schlaf ist längst kein Randthema der Gesundheit mehr. In den vergangenen zwei Jahren hat die Pharmaindustrie Milliarden in Programme zur Schlafphasenforschung und Hunderte Millionen in EEG-Lösungen für zu Hause investiert. Doch fast all diese Lösungen messen den Schlaf, um dir am nächsten Morgen einen Bericht darüber zu liefern. Muse misst den Schlaf, um direkt darauf zu reagieren – live und direkt anhand der Gehirnaktivität. Genau das macht Dream Recall möglich.
Träume in Zahlen
• 4 bis 6 Träume in einer durchschnittlichen Nacht.²
• ~2 Stunden jeder Nacht verbringen wir mit Träumen – insgesamt ungefähr sechs Jahre unseres Lebens.²
• 1 von 10 Erwachsenen gibt an, sich immer an seine Träume zu erinnern.¹⁰
• ~80 % gegenüber ~7 % Wahrscheinlichkeit, sich an einen Traum zu erinnern, je nachdem, ob das Aufwachen während oder außerhalb des REM-Schlafs erfolgt.¹
• 3-mal wahrscheinlicher, ein verstecktes Lösungsmuster in einem Rätsel zu finden nach einer Minute an der Schwelle zum Einschlafen.⁴
• 10-fach stärkere Verbesserung bei einer Aufgabe, nachdem man von ihr geträumt hat.³
• 88 bis 96 % Übereinstimmung der Muse-EEG-Schlafphasenerkennung mit im Labor durch Fachleute ausgewerteter Polysomnographie.¹¹
• 6.200 Nächte an EEG-Daten stecken hinter dem Muse-Aufwach-Timing-Modell.¹²

(Bild: Muse)
Verfügbarkeit
Dream Recall befindet sich jetzt in der Beta-Phase und steht aktuellen Muse-Premium-Abonnent:innen mit Muse S oder Athena in der Muse-App zur Verfügung. Sleep Assist und Deep Sleep Boost sind bei jedem Muse-S-Gerät kostenlos enthalten. Mehr dazu unter choosemuse.com.
Fußnoten
- Traumerinnerung nach Schlafphase: Dement und Kleitman, Journal of Experimental Psychology, 1957.
- Anzahl der Träume pro Nacht und Traumdauer: Zusammenfassung der REM-Forschung durch die Sleep Foundation.
- Aufgabenbezogenes Träumen: Wamsley et al., Current Biology, 2010 (etwa zehnmal stärker als bei anderen Personen, die nicht von der Aufgabe träumten; Berichterstattung von Science/AAAS). Replikation: Wamsley und Stickgold, Journal of Sleep Research, 2019.
- Einschlafphase und Erkenntnisgewinn: Lacaux et al., Science Advances, 2021.
- Hypnagoge Wiederholung bei Amnesie: Stickgold et al., Science, 2000.
- Zweiseitige Traumkommunikation: Konkoly et al., Current Biology, 2021.
- Historische Berichte (Loewi, McCartney): Anekdote, kein wissenschaftlicher Beleg.
- REM-Schlaf, Gedächtnis und emotionale Verarbeitung: van der Helm et al., 2011; Glosemeyer et al., 2020.
- „Nicht-Träumende“ träumen: Herlin et al., Journal of Sleep Research, 2015.
- Häufigkeit der Traumerinnerung: landesweite CBS-News-Umfrage, Oktober 2021.
- Genauigkeit der Schlafphasenbestimmung: Lanthier et al., SLEEP Advances, 2025; University of Ottawa, unabhängige Validierung, nicht vom Hersteller finanziert.
- Timing-Modell: ca. 6.200 Nächte EEG-Daten von ca. 1.150 Nutzer:innen; interne Muse-Daten.Individuelle Ergebnisse können variieren. Muse ist kein Medizinprodukt und nicht dazu bestimmt, Erkrankungen zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder vorzubeugen.
Über Muse by Interaxon Inc.
Muse ist ein Vorreiter im Bereich der Gehirngesundheit und betreibt eine branchenführende mEEG-Plattform auf Basis fortschrittlicher KI-Algorithmen. Das Unternehmen leitet dezentrale Forschungsprojekte zur Förderung der mentalen Gesundheit, zur Optimierung des Schlafs und zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit mithilfe innovativer Neurotechnologie. Die KI-gestützten Tools von Muse werden weltweit von Forscher:innen, Entwickler:innen und Konsument:innen genutzt und basieren auf mehr als 200 unabhängigen Studien, unter anderem von der Mayo Clinic, dem MIT und Harvard. Bis heute hat Muse über eine Milliarde Minuten an Gehirndaten gesammelt und entschlüsselt. Der Hauptsitz von Muse befindet sich in Toronto, Kanada.
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