Kinder im Fokus: Grundbedürfnisse, Elternrollen und aktuelle Herausforderungen in Deutschland

Kinder im Fokus: Grundbedürfnisse, Elternrollen und aktuelle Herausforderungen in Deutschland

Autor: Eltern-Echo Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Psychologe Borg-Laufs warnt, dass unerfüllte Grundbedürfnisse in der Kindheit lebenslange psychische Folgen haben können; im Kreis Kleve steigt der Anteil unverheirateter Eltern deutlich. Pflegende Eltern erleben große Belastung und Isolation, finden aber Unterstützung im Verein „Mein Herz lacht“, während nach einem Gewaltvorwurf gegen eine Erzieherin in Oberpframmern Ermittlungen laufen und ein Lehrer kritisiert, dass Eltern die Selbstständigkeit ihrer Kinder behindern.

Psychologe warnt: Fehlende Grundbedürfnisse schaden Kindern ein Leben lang

Der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Michael Borg-Laufs betont in der Frankfurter Rundschau, dass die Erfüllung bestimmter Grundbedürfnisse in der Kindheit entscheidend für die gesunde Entwicklung ist. Laut Borg-Laufs sind vor allem Beständigkeit, liebevolle Zuwendung und ausreichende Ernährung für Babys und Kleinkinder essenziell. Werden diese Grundbedürfnisse – insbesondere das Bedürfnis nach Bindung – nicht erfüllt, kann das gravierende Folgen haben. Kinder, die keine stabile Bindung erfahren, entwickeln kein tiefes Sicherheitsgefühl. Im späteren Leben kann dies dazu führen, dass sie keine Nähe mehr zulassen und Beziehungen meiden.

Im Kleinkindalter sind laut Borg-Laufs die Bedürfnisse nach Bindung, Lustgewinn und Unlustvermeidung sowie Orientierung und Kontrolle besonders wichtig. Werden Kinder in ihren Kontrollerfahrungen eingeschränkt, etwa durch sogenanntes „Helikopter-Eltern“-Verhalten, kann das zu Unsicherheiten und einem geringen Selbstwertgefühl führen. Auffälliges Verhalten wie das Erzwingen von Beziehungen oder Aggressionen gegenüber anderen kann die Folge sein. Im schlimmsten Fall geben Kinder auf, wenn ihre Grundbedürfnisse dauerhaft unerfüllt bleiben. Borg-Laufs betont jedoch, dass auch im Erwachsenenalter noch korrigierende Erfahrungen möglich sind.

Wichtige Grundbedürfnisse laut Borg-Laufs Folgen bei Nichterfüllung
Bindung Beziehungsunfähigkeit, Rückzug
Lustgewinn/Unlustvermeidung Auffälliges Verhalten, Aggression
Orientierung und Kontrolle Unsicherheit, geringes Selbstwertgefühl
Selbstwerterhöhung Versuch, Selbstwert über Aggression zu gewinnen

Infobox: Die Erfüllung der Grundbedürfnisse in der Kindheit ist laut Frankfurter Rundschau entscheidend für die psychische Gesundheit bis ins Erwachsenenalter.

Geburten im Kreis Kleve: Anteil unverheirateter Eltern steigt deutlich

Im Kreis Kleve ist der Anteil der Babys mit unverheirateten Eltern im Jahr 2023 auf 33,6 Prozent gestiegen, wie RP Online berichtet. Damit liegt die Region über dem Landesdurchschnitt von 30,2 Prozent. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 17,4 Prozent. Insgesamt wurden 2023 im Kreis Kleve 2.654 Kinder geboren, davon hatten 893 Babys unverheiratete Eltern. Bei 1.761 Kindern waren die Eltern verheiratet.

Die Entwicklung ist nicht auf einen Rückgang der Eheschließungen zurückzuführen. 2023 gab es im Kreis Kleve 1.510 Eheschließungen, weniger als im Vorjahr (1.666), aber im Vergleich zu den letzten 25 Jahren kein außergewöhnlicher Wert. Im Jahr 2018 wurden sogar 1.802 Ehen geschlossen, so viele wie seit 1992 nicht mehr. Die beliebtesten Vornamen im St.-Antonius-Hospital Kleve waren bei Mädchen Mia, Ella, Ida, Lia und Mila, bei Jungen Noah, Leon, Liam, Milan und Ben.

Jahr Anteil unehelicher Geburten (%) Eheschließungen
2000 17,4 k.A.
2023 33,6 1.510
2018 k.A. 1.802

Infobox: Im Kreis Kleve ist der Anteil der Babys mit unverheirateten Eltern seit 2000 fast verdoppelt, wie RP Online berichtet.

Pflegende Eltern: Alltag zwischen Belastung und Isolation

Der SWR berichtet über die Erfahrungen pflegender Eltern, die sich im Verein „Mein Herz lacht“ austauschen. Daniela Pfeiffer, Mutter des achtjährigen Leo, schildert, wie sie ihren Sohn, der nicht laufen oder alleine sitzen kann, rund um die Uhr betreut. Leo wiegt 22 Kilo, Trampolinspringen mit seiner Schwester ist unmöglich. Viele alltägliche Dinge wie Spielplatzbesuche oder Ferienbetreuung sind für die Familie kaum realisierbar, da es an passenden Angeboten fehlt.

Die emotionale Belastung ist hoch, viele Eltern fühlen sich isoliert. Daniela Pfeiffer beschreibt, dass sie sich in Krabbelgruppen mit anderen Müttern nicht verstanden fühlte. Ihr Sohn ist dauerhaft auf Medikamente angewiesen, bei epileptischen Anfällen muss die Familie sofort ins Krankenhaus. Der Verein „Mein Herz lacht“ vernetzt rund 800 Familien, bietet Onlineseminare, Achtsamkeitstrainings und Austauschmöglichkeiten. Die Gründerin Gail McCutcheon betont, dass Selbstfürsorge für pflegende Eltern wichtig ist, um einem Pflege-Burnout vorzubeugen.

  • Rund 800 Familien sind im Verein „Mein Herz lacht“ vernetzt.
  • Wöchentlich werden vier Therapien für Leo organisiert.
  • Der Verein bietet Achtsamkeitstrainings, Yoga und Pilates an.

Infobox: Pflegende Eltern erleben laut SWR große Belastung und Isolation, finden aber im Verein „Mein Herz lacht“ Unterstützung und Austausch.

Gewaltvorwurf gegen Erzieherin in Oberpframmern: Ermittlungen laufen

In Oberpframmern steht eine Erzieherin des Kindergartens „Schatzkiste“ unter dem Verdacht, einen vierjährigen Jungen misshandelt zu haben. Wie der Merkur berichtet, haben die Eltern des Kindes Strafanzeige wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen gestellt. Der Vater des Jungen spricht von einer „stark überforderten“ Erzieherin, die auch seelische Gewalt ausübe, und wirft der Kinderhausleiterin vor, Missstände seit Jahren zu decken.

Der BRK-Kreisverband Ebersberg, Träger der Einrichtung, hat die betroffene Erzieherin vorsorglich freigestellt. Eine Erzieherin aus einer anderen Einrichtung wurde zur Sicherstellung der Betreuung nach Oberpframmern versetzt. Das Landratsamt bestätigt, dass der Träger die notwendigen Schritte eingeleitet habe. Die Ermittlungen laufen, eine Stellungnahme zu Details ist aufgrund des laufenden Verfahrens nicht möglich.

  • Strafanzeige wegen Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen
  • Erzieherin vorsorglich freigestellt
  • Kindertagesstättenaufsicht und BRK-Kreisverband in Kontakt

Infobox: Nach einem Gewaltvorwurf gegen eine Erzieherin in Oberpframmern laufen laut Merkur Ermittlungen, die betroffene Mitarbeiterin wurde freigestellt.

Lehrer kritisiert: Eltern fördern Unselbstständigkeit ihrer Kinder

Im Hamburger Abendblatt schildert der Lehrer Heiko Schütt (55) drastische Veränderungen an seiner Grundschule. Er beobachtet, dass Eltern ihre Kinder zunehmend zur Unselbstständigkeit erziehen. Schütt sieht die Ursache für viele Probleme im Schulalltag nicht bei den Kindern, sondern bei den Eltern. Sie würden ihren Kindern zu wenig Eigenverantwortung zutrauen und ihnen viele Aufgaben abnehmen, die sie selbst erledigen könnten.

„Eltern erziehen ihre Kinder zur Unselbstständigkeit“, so Heiko Schütt im Hamburger Abendblatt.

Der Lehrer berichtet, dass diese Entwicklung zu Problemen im Unterricht und im sozialen Miteinander führt. Kinder seien weniger belastbar und hätten Schwierigkeiten, Konflikte eigenständig zu lösen.

Infobox: Laut Hamburger Abendblatt sieht Lehrer Heiko Schütt die Ursache für mangelnde Selbstständigkeit bei den Eltern, die ihren Kindern zu wenig zutrauen.

Gütersloh: 15-Jähriger randaliert im Polizeiauto – Eltern greifen Polizei an

Wie die Neue Westfälische berichtet, ist ein Polizeieinsatz in Gütersloh am 30. April eskaliert. Ein 15-jähriger Jugendlicher fiel durch sein Verhalten auf, nachdem die Polizei wegen eines Streits unter Jugendlichen gerufen wurde. Bei dem Jugendlichen wurde eine Schreckschusspistole sichergestellt. Als die Beamten ihm aus Jugendschutzgründen die E-Zigarette abnehmen wollten, wehrte er sich, beleidigte die Polizisten und trat einen Beamten am Kopf. Während der Fahrt zur Wache drohte er den Beamten und beschädigte den Streifenwagen erheblich.

Vor der Wache griff die 43-jährige Mutter eine Polizeibeamtin an und verletzte sie leicht, während der 49-jährige Vater die Beamten anschrie. Erst nach einiger Zeit beruhigte sich die Situation. Insgesamt wurden drei Personen – eine Polizistin, ein Polizist und der 15-Jährige – leicht verletzt. Gegen alle Familienmitglieder wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Beteiligte Verletzungen Maßnahmen
Polizistin Leicht verletzt Ermittlungsverfahren
Polizist Leicht verletzt Ermittlungsverfahren
15-Jähriger Leicht verletzt Ermittlungsverfahren

Infobox: In Gütersloh kam es laut Neue Westfälische zu einem Polizeieinsatz mit drei Leichtverletzten und Ermittlungen gegen ein Elternpaar und ihren Sohn.

Quellen: