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Noch mehr arbeiten? Wie soll das für Eltern funktionieren?
Die Forderung nach einer höheren Leistungsbereitschaft in der deutschen Gesellschaft, wie sie von Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann geäußert wurde, stößt bei vielen Eltern auf Unverständnis. In einem Beitrag auf Stadt Land Mama schildert eine Mutter, dass sie und ihr Mann bereits beide Vollzeit arbeiten und dennoch keine Möglichkeit sehen, noch mehr zu leisten. Sie berichtet, dass das Gehalt als Wissenschaftlerin nicht ausreicht, um zusätzliche Unterstützung wie eine Nanny oder Putzkraft zu finanzieren. Großeltern stehen als Unterstützung oft nicht zur Verfügung, da sie entweder selbst noch arbeiten oder mit der Pflege ihrer eigenen Eltern beschäftigt sind.
Die Kinderbetreuung stellt ein weiteres großes Problem dar: Es gibt zu wenige Kitaplätze, Erzieherinnen und Erzieher sind überlastet und schlecht bezahlt. Häufige Schließungen der Kita wegen Personalmangel oder Streik erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusätzlich. Eltern müssen zudem mit Krankheiten ihrer Kinder rechnen, die sie oft selbst anstecken, während die Zahl der Kinderkrankentage begrenzt ist. In den Schulferien verschärft sich die Situation, da die Ferienbetreuung nicht für eine volle Arbeitswoche ausreicht und Feriencamps zusätzliche Kosten verursachen. Urlaube sind für Familien in den Ferienzeiten besonders teuer, da sie auf diese Zeiträume angewiesen sind.
- Eltern arbeiten bereits am Limit und können zusätzliche Erwerbsarbeit kaum leisten.
- Kitaplätze und Betreuung sind knapp, Erzieherinnen und Erzieher überlastet.
- Großeltern stehen als Unterstützung selten zur Verfügung.
- Ferienbetreuung und Urlaube sind mit hohen Kosten verbunden.
Infobox: Die Forderung nach mehr Arbeit trifft auf eine Realität, in der Eltern bereits mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf überfordert sind. Die strukturellen Probleme in der Kinderbetreuung und fehlende Unterstützung durch Großeltern verschärfen die Situation. (Quelle: Stadt Land Mama)
Verzweiflung bei Eltern: Elterngeldanträge in Hamburg-Eimsbüttel werden zum digitalen Hindernislauf
In Hamburg-Eimsbüttel warten viele junge Eltern bis zu einem halben Jahr auf die Bearbeitung ihrer Elterngeldanträge. Wie der NDR berichtet, ist der vierseitige Online-Antrag ein digitaler Hindernislauf, bei dem zahlreiche Nachweise wie Einkommen, Krankenversicherung, Rentenversicherung und die Geburtsurkunde des Babys eingereicht werden müssen. Fehler bei der Online-Abwicklung führen dazu, dass Anträge unbearbeitet bleiben, ohne dass die Eltern darüber informiert werden. Ein Beispiel: Eine Mutter hatte ihrem Amt erlaubt, Informationen von der Krankenkasse abzurufen, doch dies funktionierte technisch nicht, sodass der Antrag unbearbeitet blieb und sie bald kein Geld mehr hatte.
Am Mittwoch demonstrierten Eltern vor dem Bezirksamt Eimsbüttel gegen die langen Wartezeiten. Sozialdezernent Tom Oelrichs zeigte Verständnis und kündigte an, das Personal aufzustocken und das Online-Verfahren stärker zu automatisieren, um die Wartezeiten zu verkürzen.
- Wartezeiten auf Elterngeld bis zu sechs Monate.
- Komplexe Online-Anträge mit vielen Nachweisen.
- Technische Fehler führen zu Verzögerungen ohne Benachrichtigung der Eltern.
- Bezirksamt verspricht Verbesserungen durch mehr Personal und Automatisierung.
Infobox: Eltern in Hamburg-Eimsbüttel kämpfen mit langen Wartezeiten und technischen Problemen bei Elterngeldanträgen. Das Bezirksamt will die Situation durch mehr Personal und Digitalisierung verbessern. (Quelle: NDR)
Dresdner Forscher helfen Frühchen-Eltern: App zeigt, was ihre Babys brauchen
Am Universitätsklinikum Dresden wurde eine neue App entwickelt, die Eltern von Frühgeborenen dabei unterstützt, die Signale ihrer Babys besser zu verstehen. Wie MDR berichtet, kommt in Deutschland jedes zehnte Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt und muss oft mehrere Wochen im Krankenhaus versorgt werden. Frühgeborene können ihre Bedürfnisse nur schwer ausdrücken, was für Eltern eine große Herausforderung darstellt.
Die App „NeoDiary“ bietet einen digitalen Kurs mit Lehrvideos, in denen Eltern lernen, wie sie anhand von Mimik, Gestik und Hautfarbe erkennen können, ob ihr Kind Stress empfindet oder sich wohlfühlt. Die App vermittelt konkrete Handlungsempfehlungen, etwa das Beruhigen des Kindes durch eine Hand auf dem Bauch. Zusätzlich gibt es eine Tagebuchfunktion, in der Eltern Erlebnisse, Fotos und Gefühle festhalten können. Die Kurse basieren auf dem Feinfühligkeitstraining, das das Dresdner Uniklinikum seit 2012 anbietet und wurden im Zuge der Coronapandemie digitalisiert. Eine begleitende Studie zeigt, dass Eltern sich nach dem Kurs kompetenter fühlen.
- Jedes zehnte Kind in Deutschland ist eine Frühgeburt.
- Die App „NeoDiary“ hilft Eltern, die Signale ihrer Babys zu deuten.
- Lehrvideos und Tagebuchfunktion unterstützen den Alltag im Krankenhaus.
- Studie belegt: Eltern fühlen sich nach dem Kurs sicherer im Umgang mit ihrem Kind.
Infobox: Die Dresdner App „NeoDiary“ erleichtert Eltern von Frühgeborenen den Alltag und fördert das Verständnis für die Bedürfnisse der Babys. (Quelle: MDR)
Eltern scheitern mit Klage auf tägliches Fleisch in der Schulkantine
Eltern aus dem Raum Konstanz haben vor dem Verwaltungsgericht Freiburg erfolglos versucht, per Eilantrag durchzusetzen, dass ihre Tochter in der Ganztagsschule täglich ein Mittagessen mit Fleisch oder Fisch erhält. Wie top agrar berichtet, gibt es in der betreffenden Schule an drei von vier Verpflegungstagen ausschließlich vegetarisches oder veganes Essen und nur einmal pro Woche Fleisch oder Fisch. Die Eltern argumentierten mit einem drohenden Nährstoffmangel.
Das Gericht wies den Antrag ab (Aktenzeichen: 2 K 1477/25) und begründete dies damit, dass kein Grund für einen Eilantrag vorliege. Zudem könnten die Eltern ihrem Kind selbst fleischhaltige Nahrung mitgeben, da keine Pflicht zur Teilnahme am Schulessen bestehe. Der Schulträger habe außerdem einen gewissen Spielraum bei der Gestaltung des Mittagessens. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.
- Nur einmal pro Woche Fleisch oder Fisch in der Schulkantine.
- Eltern klagten wegen Sorge vor Nährstoffmangel.
- Gericht: Keine Pflicht zur täglichen Fleischmahlzeit, Eltern können selbst vorsorgen.
- Schulträger hat Gestaltungsspielraum beim Mittagessen.
Infobox: Das Verwaltungsgericht Freiburg sieht keine Verpflichtung für tägliche Fleischgerichte in Schulkantinen und verweist auf die Eigenverantwortung der Eltern. (Quelle: top agrar)
Satzung soll geändert werden: Wann Eltern in Möckern künftig der Rausschmiss aus der Kita droht
In der Stadt Möckern soll die Kita-Satzung um einen Passus ergänzt werden, der klar regelt: Wer sich nicht benimmt, fliegt raus. Wie die Volksstimme berichtet, betrifft dies sowohl Eltern als auch Kinder. Grundsätzlich besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kita-Platz, doch die Stadt sieht sich gezwungen, bei Fehlverhalten konsequenter zu handeln.
Die geplante Änderung der Satzung soll für mehr Klarheit sorgen und den Kitas ermöglichen, bei gravierendem Fehlverhalten von Eltern oder Kindern den Ausschluss aus der Einrichtung auszusprechen.
- Neuer Passus in der Kita-Satzung: Ausschluss bei Fehlverhalten.
- Regelung gilt für Eltern und Kinder.
- Stadt Möckern sieht sich zu dieser Maßnahme gezwungen.
Infobox: Die Stadt Möckern plant eine Satzungsänderung, die den Ausschluss aus der Kita bei Fehlverhalten ermöglicht. (Quelle: Volksstimme)
Lernen einfacher gestalten: Sebastian Durst inspiriert Eltern in Erkelenz
Lerncoach Sebastian Durst begeisterte in der Erkelenzer Stadthalle Eltern und Lehrkräfte mit Methoden, die das Lernen von Kindern erleichtern. Wie RP Online berichtet, betonte Durst, dass Lernen individuell ist und von der Persönlichkeit des Kindes abhängt. Das Gehirn liebt es, Neues zu lernen, da es Glückshormone ausschüttet, wenn es etwas besser kann als erwartet. Kommt es jedoch zu Misserfolgen, setzen sich schnell negative Glaubenssätze wie „Ich kann das nicht“ fest. Durst empfiehlt, daraus ein „Ich kann das noch nicht“ zu machen, um das Selbstvertrauen zu stärken.
Struktur und Visualisierung sind laut Durst entscheidend: Das Gehirn ist zu 95 Prozent visuell orientiert, daher helfen Mindmaps beim Lernen. Wiederholungen sind wichtig, um Informationen im Langzeitgedächtnis zu verankern. Die Konzentrationsspanne eines Kindes lässt sich mit der Formel „Alter mal zwei in Minuten“ berechnen. Nach dieser Zeit sollte eine Mikropause von 20 bis 30 Minuten eingelegt werden, in der audiovisuelle Medien vermieden werden sollten. Durst unterscheidet zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation und rät, auf materielle Belohnungen für gute Noten zu verzichten. Ein aufgeräumter Lernplatz und eine störungsfreie Umgebung fördern geordnetes Denken. Zum Abschluss ermutigte Durst die Eltern, das Gelernte im Alltag anzuwenden, um zu erleben, dass Lernen glücklich machen kann.
- Lernen ist individuell und von der Persönlichkeit des Kindes abhängig.
- Das Gehirn liebt Struktur und Visualisierung, z.B. durch Mindmaps.
- Konzentrationsspanne: Alter mal zwei in Minuten, danach Mikropause.
- Materielle Belohnungen für gute Noten sollten vermieden werden.
- Ein aufgeräumter Lernplatz unterstützt den Lernerfolg.
Infobox: Sebastian Durst zeigt, wie Eltern das Lernen ihrer Kinder durch Struktur, Motivation und eine positive Lernumgebung unterstützen können. (Quelle: RP Online)
Quellen:
- Noch mehr arbeiten? Wie soll das für Eltern funktionieren?
- Verzweiflung bei Eltern: Elterngeldanträge in Hamburg-Eimsbüttel werden zum digitalen Hindernislauf
- Dresdner Forscher helfen Frühchen-Eltern: App zeigt, was ihre Babys brauchen
- Eltern scheitern mit Klage auf tägliches Fleisch in der Schulkantine
- Satzung soll geändert werden: Wann Eltern in Möckern künftig der Rausschmiss aus der Kita droht
- Lernen einfacher gestalten: Sebastian Durst inspiriert Eltern in Erkelenz