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Klagewelle gegen Schulen: Eltern kämpfen für gerechte Noten und Schulplätze
Immer mehr Eltern in Deutschland legen Rechtsmittel gegen Schulentscheidungen ein, insbesondere wenn es um Noten oder die Zuweisung zu bestimmten Schulen geht. Laut einem Bericht der DIE ZEIT ist der Frust groß, wenn Zeugnisse vergeben werden und wichtige Notendurchschnitte nicht erreicht werden oder das Kind nicht die gewünschte Schule besuchen darf. Früher wurden solche Entscheidungen meist hingenommen, heute jedoch klagen Eltern zunehmend für die Bildung ihrer Kinder.
Bildungsanwältin Simone Pietsch, eine Pionierin auf diesem Rechtsgebiet, arbeitet auch pro bono, um weniger vermögenden Eltern zu helfen. Besonders in der Urlaubszeit, wenn ganz Deutschland im Urlaub ist, machen Bildungsanwälte Überstunden, um Schulplatzklagen und Klagen gegen Benotungen zu bearbeiten. Der Run auf begehrte Schulen führt zu emotionalen Auseinandersetzungen, während das Bildungssystem den Anforderungen vieler Eltern und Kinder nicht gerecht wird. Trotz der steigenden Klagebereitschaft bleibt die Frage offen, ob das Schulsystem den Bedürfnissen der Schüler tatsächlich gerecht wird.
„Eltern klagen, weil ihr Kind in Kunst eine Eins verdient hätte“, so beschreibt Simone Pietsch die Motivation vieler Eltern, die sich für eine gerechte Bewertung ihrer Kinder einsetzen.
- Steigende Zahl von Klagen gegen Schulen
- Fokus auf Noten und Schulplatzvergabe
- Bildungsanwälte arbeiten auch pro bono
Infobox: Immer mehr Eltern nutzen rechtliche Mittel, um gegen aus ihrer Sicht ungerechte Schulentscheidungen vorzugehen. Die Unterstützung durch spezialisierte Anwälte nimmt zu, das Schulsystem steht unter Druck, gerechter zu werden. (Quelle: DIE ZEIT)
Lieblingskind: Auswirkungen auf Geschwister und Erziehung
Viele Eltern haben, oft unbewusst, ein Lieblingskind. Der Psychologe Prof. Dr. Jürg Frick erklärt im Gespräch mit dem SWR, dass dies häufig dann passiert, wenn ein Kind den Eltern besonders ähnlich ist oder bestimmte Erwartungen erfüllt. Auch das Geschlecht oder bestimmte Charaktereigenschaften können eine Rolle spielen. Die meisten Eltern wollen zwar gerecht sein, behandeln ihre Kinder aber oft aus unbewussten Gründen unterschiedlich.
Diese Ungleichbehandlung kann Eifersucht und Rivalität unter Geschwistern verstärken. Später, wenn die Kinder älter sind, kann es zu Vorwürfen gegenüber den Eltern kommen, die bis ins hohe Alter anhalten – etwa bei Erbstreitigkeiten oder der Versorgung der Eltern. Prof. Frick betont, dass Kinder nicht gleich, sondern nach ihren individuellen Bedürfnissen behandelt werden sollten. Wichtig sei, dass Eltern reflektieren, ob sie ein Kind bevorzugen, und versuchen, dem entgegenzuwirken.
„Kinder muss man nicht gleich behandeln, sondern muss sie nach ihren Bedürfnissen behandeln“, so Prof. Dr. Jürg Frick.
- Lieblingskinder entstehen oft unbewusst durch Ähnlichkeiten oder Erwartungen
- Ungleichbehandlung fördert Eifersucht und Rivalität
- Eltern sollten reflektieren und individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen
Infobox: Die unbewusste Bevorzugung eines Kindes kann langfristige Auswirkungen auf die Geschwisterbeziehung und das Familienklima haben. Eine bewusste, bedürfnisorientierte Erziehung kann helfen, Konflikte zu vermeiden. (Quelle: SWR)
Zeugnisse: Wie Eltern auf Noten reagieren sollten
Der Spiegel berichtet, dass viele Eltern nicht wissen, welche Gefühle ihre Kinder mit dem Zeugnis verbinden. Der Umgang mit Bewertungen ist für Familien oft eine Herausforderung. Der Artikel betont, dass Eltern sensibel auf die Reaktionen ihrer Kinder eingehen sollten, um Druck und Ängste zu vermeiden. Es wird darauf hingewiesen, dass der Austausch über die Noten und die damit verbundenen Gefühle wichtiger ist als die Bewertung selbst.
- Eltern sollten auf die Gefühle ihrer Kinder eingehen
- Offener Austausch über Noten ist wichtiger als die Bewertung selbst
Infobox: Ein sensibler Umgang mit Zeugnissen kann helfen, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken und Leistungsdruck zu reduzieren. (Quelle: Spiegel)
Italien: Rechte lesbischer Eltern gestärkt
Das italienische Verfassungsgericht hat entschieden, dass auch der nicht leiblichen Mutter in einer lesbischen Paarbeziehung bezahlter Vaterschaftsurlaub zusteht. Wie die FAZ berichtet, hatte ein Berufungsgericht in der Lombardei bereits im Mai 2023 zugunsten eines lesbischen Elternpaares entschieden, woraufhin der staatliche Sozialversicherungsträger INPS Berufung einlegte. Das Urteil betont, dass beide Mütter in gleicher Weise wie ein heterosexuelles Elternpaar die rechtliche Verantwortung für die Erziehung des Kindes teilen.
Die Richter stellten klar, dass die sexuelle Orientierung keinen Einfluss auf die Eignung einer Person hat, elterliche Verantwortung zu übernehmen. Die Partei von Ministerpräsidentin Meloni kritisierte das Urteil mit der Begründung, es missachte „die Gesetze von Biologie und Wissenschaft“.
Urteil | Betroffene | Reaktion |
---|---|---|
Bezahlter Vaterschaftsurlaub für nicht leibliche Mutter | Lesbische Elternpaare | Kritik von Melonis Partei |
Infobox: Das Urteil des italienischen Verfassungsgerichts stärkt die Rechte von Regenbogenfamilien und setzt ein Zeichen für Gleichbehandlung unabhängig von der sexuellen Orientierung. (Quelle: FAZ)
Eltern als Frühwarnsystem: Ihre Einschätzung kann Leben retten
Eine prospektive Beobachtungsstudie, vorgestellt in der Ärzte Zeitung, zeigt, dass Eltern ein gutes Gespür für den Gesundheitszustand ihrer Kinder haben – auch für kritische Verschlechterungen im Krankenhaus. Die aktive Nachfrage nach der elterlichen Wahrnehmung half in der Studie, lebensbedrohliche Situationen früh zu erkennen. Die Erfahrungen aus der pädiatrischen Notaufnahme unterstreichen, wie wichtig es ist, Eltern in die Beurteilung des Zustands ihrer Kinder einzubeziehen.
- Eltern erkennen kritische Zustandsverschlechterungen oft frühzeitig
- Aktive Nachfrage nach elterlicher Einschätzung kann lebensrettend sein
Infobox: Die Einbindung der Eltern in die medizinische Beurteilung ihrer Kinder kann dazu beitragen, kritische Situationen rechtzeitig zu erkennen und zu handeln. (Quelle: Ärzte Zeitung)
Sechs häufige Fehler beim Babyschlaf
Viele Eltern machen beim Thema Babyschlaf immer wieder die gleichen Fehler, wie die WELT berichtet. Kinderpsychologin und Einschlafexpertin Katharina Meier-Batrakow nennt sechs typische Fehler: Das Kind wird zu früh ins Bett gebracht, es wird zu viel Druck ausgeübt, das Kind wird überfordert, die Erwartungen der Eltern sind zu hoch, es fehlt an Einschlafritualen und das Nähe-Bedürfnis des Babys wird missachtet.
Meier-Batrakow betont, dass ein starrer Zeitplan für viele Familien nicht funktioniert und dass Babys individuelle Schlafgewohnheiten haben. Zu hohe Erwartungen und fehlende Rituale können das Einschlafen erschweren. Besonders wichtig ist, dass das Nähe-Bedürfnis des Kindes respektiert wird. Co-Sleeping oder Einschlaf-Stillen können helfen, das Baby zur Ruhe zu bringen. Eltern sollten auf ihr Bauchgefühl hören und bei anhaltenden Problemen ärztlichen Rat einholen.
- Zu frühes Zubettgehen
- Zu viel Druck
- Überforderung des Kindes
- Zu hohe Erwartungen
- Fehlende Einschlafrituale
- Missachtung des Nähe-Bedürfnisses
Infobox: Ein entspannter Umgang mit dem Thema Schlaf, individuelle Rituale und das Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes können Eltern und Babys helfen, besser zur Ruhe zu kommen. (Quelle: WELT)
Quellen:
- "Eltern klagen, weil ihr Kind in Kunst eine Eins verdient hätte"
- Auswirkung auf die Geschwisterbeziehung: Wenn Eltern ein Lieblingskind haben
- (S+) Zeugnisse: Wie sollten Eltern auf die Noten ihrer Kinder reagieren?
- Rechte lesbischer Eltern in Italien gestärkt: Was jetzt für beide Mütter gilt
- Kind in kritischem Zustand? Eltern nach ihrer Einschätzung zu fragen lohnt sich!
- Baby schläft nicht: Diese sechs Fehler machen Eltern immer wieder