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Eltern unter Druck: Umfrageergebnisse zur Belastung und den größten Sorgen
Eine aktuelle, repräsentative Studie der Körber-Stiftung mit mehr als 1.000 befragten Eltern von schulpflichtigen Kindern zeigt, dass über drei Viertel der Eltern die Vielzahl an Aufgaben, Pflichten und Herausforderungen als belastend empfinden. Besonders Eltern von Teenagern nennen die weltpolitische Sicherheitslage als größte Angst: 54 Prozent fühlen sich durch Kriege und politische Krisen belastet. Weitere Belastungsfaktoren sind zu wenig Zeit für sich oder Hobbys (51 Prozent), zu wenig Zeit für die Paarbeziehung (37 Prozent) und finanzielle Sorgen (36 Prozent).
Auch der Medienkonsum der Kinder steht im Fokus der elterlichen Sorgen. Die Hälfte aller befragten Eltern sieht die Nutzung von Smartphone und Tablet kritisch, wobei Väter sich noch etwas häufiger Sorgen machen als Mütter. 68 Prozent der Eltern unterstützen ihre Kinder aktiv beim verantwortungsvollen Umgang mit Medien, insbesondere im Alter von 12 bis 14 Jahren. 53 Prozent wünschen sich, dass Medienkompetenz sowohl zu Hause als auch in der Schule vermittelt wird.
Belastungsfaktor | Anteil der Eltern (%) |
---|---|
Weltpolitische Lage | 54 |
Zu wenig Zeit für sich/Hobbys | 51 |
Zu wenig Zeit für Paarbeziehung | 37 |
Finanzielle Sorgen | 36 |
Kritischer Medienkonsum der Kinder | 50 |
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung der Kinder auf die berufliche Zukunft. 67 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass die Schulen nicht ausreichend Kenntnisse und Fähigkeiten für die spätere Berufswelt vermitteln. (Quelle: STERN.de)
„Eltern haben wenig Einblick in das, was ihre Kinder im Netz tun – fast wirkt es, als würden die Kinder in einen Wald laufen, und man weiß nicht, welchem Wolf sie dort begegnen“, kommentiert Sabine Walper, Direktorin des Deutschen Jugendinstitutes (DJI), die Ergebnisse.
- 79 Prozent der Eltern fühlen sich im Alltag unter Druck (28 Prozent stark, 51 Prozent etwas).
- Das Stresslevel bleibt unabhängig vom Alter der Kinder nahezu gleich.
- 71 Prozent der Eltern berichten von gestressten Kindern, knapp jedes fünfte Elternteil sieht einen starken Druck auf das eigene Kind.
- Leistungsdruck in der Schule ist für 57 Prozent der Eltern die größte Belastung ihrer Kinder, bei Gymnasiasten sogar 69 Prozent.
- Hohe Ansprüche an sich selbst sehen 37 Prozent der Eltern als Belastungsfaktor für ihre Kinder, bei Mädchen ist jedes zweite betroffen, bei Jungen jeder vierte.
- Ein Viertel der Eltern sieht Influencer und soziale Medien als Stressfaktor für ihre Kinder.
- 21 Prozent der Eltern sehen die weltpolitische Lage als Stressfaktor für ihre Kinder, bei älteren Jugendlichen steigt dieser Wert auf 33 Prozent.
72 Prozent der Eltern sind der Ansicht, dass es der Schule weniger gut oder gar nicht gelingt, die für gesellschaftliche und globale Herausforderungen relevanten Fähigkeiten zu vermitteln. 63 Prozent sehen Schule und Elternhaus gemeinsam in der Verantwortung für die Vermittlung von Zukunftskompetenzen. (Quelle: WELT)
Infobox: Die größten Stressquellen für Eltern sind die weltpolitische Lage, Zeitmangel, finanzielle Sorgen und der Medienkonsum der Kinder. Auch die Belastung der Kinder selbst wird von den Eltern als hoch eingeschätzt, insbesondere durch schulischen Leistungsdruck und hohe Eigenansprüche.
Eltern und der Umgang mit Medien im Alltag
Die Sorge um den Medienkonsum der Kinder ist ein zentrales Thema in deutschen Familien. 50 Prozent der Eltern sehen die Nutzung von Smartphone und Tablet kritisch. Besonders bei schlechten schulischen Leistungen steigt die Besorgnis: 60 Prozent der Eltern sind dann besonders beunruhigt. Weitere Sorgen betreffen mangelnde Motivation (29 Prozent), schulische Leistungen (23 Prozent) und die psychische Gesundheit der Kinder (18 Prozent).
Die Vermittlung von Medienkompetenz wird von 53 Prozent der Eltern als gemeinsame Aufgabe von Schule und Elternhaus gesehen. Die Anforderungen an Elternschaft haben sich laut Sabine Walper in den letzten Jahren intensiviert, insbesondere im Bereich Medienkonsum. Nur 16 Prozent der Eltern fühlen sich gesellschaftlichen Erwartungen nicht gewachsen, Erziehungsprobleme bereiten nur elf Prozent Sorgen, bei 17- bis 18-Jährigen sogar nur fünf Prozent.
Infobox: Medienkonsum und schulische Leistungen sind die größten Sorgen der Eltern in Bezug auf ihre Kinder. Die Vermittlung von Medienkompetenz wird als gemeinsame Aufgabe von Schule und Elternhaus gesehen. (Quelle: WELT, STERN.de)
Elternverhalten im Sport: Der Fall Bellingham
Im Profifußball kam es zu einem Vorfall, bei dem die Eltern des Dortmunder Jungprofis Jobe Bellingham in den Kabinentrakt des Millerntorstadions eindrangen. Dies stellt laut FAZ eine seltene Grenzüberschreitung im Profifußball dar. Meistens geht es bei solchen Vorfällen um Spielanteile, Taktik oder Eitelkeit. Die Vereinsführung von Borussia Dortmund reagierte deutlich und machte klar, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen dürfe.
Im Amateurbereich werden Spielfelder im Kinderfußball als Schutzzonen definiert, um solche Grenzüberschreitungen zu verhindern. In Hessen gilt beispielsweise ein Mindestabstand von 15 Metern zum Spielfeldrand. Die FAZ betont, dass es meist nicht die Kinder sind, die sich kindisch verhalten, sondern die Eltern.
„Dass sich die Eltern Bellingham ohne Weiteres der Schutzzone Kabine nähern konnten, ist eine Grenzüberschreitung, wie sie im großen Fußball selten vorkommt und – das musste Sportchef Kehl sehr deutlich machen – sich nicht wiederholen sollte.“
Infobox: Der Vorfall um die Eltern Bellingham zeigt, wie wichtig klare Regeln und Schutzzonen im Sport sind, um Grenzüberschreitungen durch Eltern zu verhindern. (Quelle: FAZ)
Eltern am Handy: Diskussion um Smartphone-Verbot im Freibad
In Freibädern wird zunehmend beobachtet, dass Eltern durch die Nutzung von Smartphones abgelenkt sind und ihre Aufsichtspflicht gegenüber ihren Kindern vernachlässigen. Dies hat zu Diskussionen über ein mögliches Smartphone-Verbot im Freibad geführt. Die Debatte wird von Badbetreibern und Sicherheitsexperten geführt, die auf die Gefahren für Kinder hinweisen, wenn Eltern nicht aufmerksam sind.
Die Diskussion zeigt, wie sehr digitale Medien den Familienalltag beeinflussen und welche neuen Herausforderungen sich daraus für die Sicherheit und das Wohl der Kinder ergeben. (Quelle: shz.de)
Infobox: Die Ablenkung durch Smartphones im Freibad führt zu Diskussionen über ein mögliches Verbot, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. (Quelle: shz.de)
Quellen:
- Körber-Stiftung fragt Eltern: Umfrage: Krieg und Medienkonsum bereiten Eltern große Sorgen
- Familien: Das sind die größten Stressquellen für Eltern in Deutschland
- Kommentar: Eltern Bellingham nähern sich Fußball-Kabine des BVB
- Bitcoin als Geldanlage für Kinder: Wie Eltern ihren Kindern Satoshis schenken
- Eltern am Handy statt auf Kinder aufzupassen: Kommt jetzt das Smartphone-Verbot im Freibad?
- Betreuungsplatz fürs Kind gesucht? Neue Online-Karte zeigt freie Plätze