Eltern zwischen Fürsorge, Aufsichtspflicht und wachsender Überforderung
Autor: Eltern-Echo Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Die Beiträge zeigen, dass aufmerksame, ehrliche Fürsorge sowie elterliche Aufsicht entscheidend sind, während Überforderung, Vernachlässigung und häufige Handynutzung Kinder gefährden können.
Familien im Fokus: Zwischen Fürsorge, Aufsichtspflicht und Überforderung
Familientherapeut: Eltern sollten Veränderungen bei Kindern ernst nehmen
Die Frankfurter Rundschau berichtet über den Familientherapeuten Michael Rössner, der Eltern bei der Frage nach ihrer eigenen Erziehungsleistung einen ungewöhnlichen Maßstab nennt: Das eigene Gefühl könne ein wichtiger Kompass sein. Eltern, die ihr Kind aufmerksam im Blick behalten und wahrnehmen, wie es ihm geht, was es braucht und was es beschäftigt, machten bereits vieles richtig.
Rössner betont zugleich, dass Fehler zum Familienalltag gehören und keine Schwäche seien. Entscheidend sei, wie Eltern mit schwierigen Gefühlen umgehen. Wenn ein Kind sehe, dass seine Mutter weine, und diese sage: „Es ist nichts“, könne es den Widerspruch nicht einordnen. Die Aussage „Ich bin gerade traurig, aber ich komme damit klar“ gebe dem Kind dagegen eine verständliche Orientierung.
Auch die Bedürfnisse der Eltern müssten bei einer bedürfnisorientierten Erziehung berücksichtigt werden. Rössner vergleicht die Familie mit einem Mobile: Wenn ein Teil aus dem Gleichgewicht gerät, bewegen sich die anderen mit.
Besonders aufmerksam sollten Eltern laut dem Beitrag werden, wenn sich ein Verhalten verändert und länger als ein paar Tage anhält. Genannt werden unter anderem der Wunsch, seit Wochen nicht mehr in die Schule zu gehen, anhaltende Schlafprobleme, Rückzug oder aggressives Verhalten. Auch ruhige und angepasste Kinder könnten belastet sein; depressives Verhalten könne bereits im Grundschulalter auftreten und werde häufig übersehen.
„Kinder können mit schwierigen Gefühlen umgehen, wenn sie verstehen, was gerade passiert. Was sie nicht gut verarbeiten können, ist das Unausgesprochene, das Versteckte.“
Infobox – Frankfurter Rundschau: Aufmerksam zuhören, Veränderungen beobachten und die eigenen Gefühle ehrlich einordnen, sind laut Michael Rössner zentrale Orientierungspunkte für Eltern.
Horb am Neckar: Eltern nach Tod ihres Kindes zu Bewährungsstrafen verurteilt
Der Spiegel berichtet über ein Urteil des Amtsgerichts Horb am Neckar gegen die Eltern eines Zweijährigen. Beide wurden wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen zu Freiheitsstrafen von je einem Jahr zur Bewährung und jeweils 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Nach Darstellung des Gerichts hatten die heute 50 und 44 Jahre alten Deutschen ihr Kind nie ärztlich untersuchen lassen, obwohl es bereits Monate vor seinem Tod erhebliche Atemprobleme gehabt habe. Eine chronische Atemwegserkrankung hätte zu diesem Zeitpunkt festgestellt werden können. Als sich der Zustand des Kindes sichtbar verschlechterte, verständigten die Eltern den Notarzt erst mit erheblicher Verzögerung.
Das Kind starb im Januar 2023. Eine Sachverständige sagte laut Spiegel im Prozess, das Kind sei „an einer chronischen und akuten Bronchitis“ gestorben.
Die Ermittler rechnen die Eltern der sogenannten Reichsbürger- und Selbstverwalterszene zu. Die Eltern bestritten dies laut dem Bericht im Prozess. Gegen das Urteil vom Montag können sowohl die Eltern als auch die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel einlegen.
Das Gericht sah die Pflicht der Sorgeberechtigten verletzt, sich um eine notwendige medizinische Behandlung zu kümmern. Zugunsten der Angeklagten wurde laut Spiegel ihre persönliche Betroffenheit durch den Tod des eigenen Kindes berücksichtigt.
Der Prozess hatte ursprünglich im April 2025 stattfinden sollen. Die Angeklagten erschienen trotz Ladung nicht. Nachdem eine polizeiliche Vorführung nicht möglich gewesen war, erließ das Gericht Haftbefehle. Schließlich wurden beide in Bayern festgenommen.
Infobox – Spiegel: Das Amtsgericht verhängte gegen beide Eltern je ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie jeweils 100 Stunden gemeinnützige Arbeit. Das Kind war im Januar 2023 gestorben.
Freibad: Schwimmmeister fordert Eltern zu mehr Aufmerksamkeit auf
NDR.de berichtet über den Schwimmmeister Björn Brauns aus dem Freibad Rosdorf im Landkreis Göttingen. Angesichts steigender Temperaturen und voller Freibäder warnt er davor, die Aufsicht über Kinder vollständig an das Badepersonal abzugeben.
Brauns sagt, viele Eltern nähmen ihre Aufsichtspflicht „absolut nicht wahr“. Sie säßen auf der Liegewiese, tränken und äßen, während ihre Kinder im Becken seien. Teilweise befänden sich die Kinder gemeinsam mit Geschwistern im Wasser, die ebenfalls nicht richtig schwimmen könnten.
Die Schwimmmeister seien für alle Badegäste zuständig und nicht nur für drei oder vier Kinder. Zwar seien sie zur Stelle, wenn es brenzlig werde, die Aufsichtspflicht liege dennoch bei den Eltern.
Besonders kritisch sieht Brauns die Nutzung von Smartphones am Beckenrand. Das Freibadpersonal achte strikt darauf, dass dort keine Handys benutzt würden. Als Gründe nennt der Schwimmmeister mögliche Fotos und den fehlenden Fokus auf die Kinder.
Zusätzlich zu mangelnder Aufmerksamkeit beklagt NDR.de Probleme mit Badegästen und einen zunehmenden Mangel an Respekt gegenüber dem Personal. Im Freibad Rosdorf habe es bislang keine körperlichen Übergriffe gegeben, freche Äußerungen und Schimpfwörter kämen jedoch häufiger vor, insbesondere an besucherstarken Tagen.
Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister hatte laut NDR.de aggressive Badegäste und Übergriffe auf das Personal in Schwimmbädern beklagt. In Niedersachsen gibt es laut dem Bericht rund 280 Badegewässer nach EU-Richtlinie, das sind mehr als zehn Prozent der Badegewässer in Deutschland.
Infobox – NDR.de: Eltern und Großeltern sollen im Freibad den Fokus auf die Kinder legen und die Aufsichtspflicht nicht auf die Schwimmmeister abwälzen.
WELT: Häufige Handynutzung von Eltern kann Bindung beeinflussen
Die WELT beschäftigt sich mit Eltern, die den Blick häufig auf ihr Smartphone richten, obwohl ihr Kind Aufmerksamkeit benötigt. Der Beitrag beschreibt dies als unterschätzte Gefahr für Jugendliche und verweist auf eine neue Studie.
Demnach entwickeln Kinder handysüchtiger Eltern als Teenager häufiger unsichere Bindungsmuster und Ängste. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche langfristigen Folgen es haben kann, wenn Eltern wiederholt nicht ansprechbar oder nicht aufmerksam sind, weil sie auf den Bildschirm schauen.
Der Beitrag stellt damit eine Verbindung zwischen dem Verhalten der Eltern im Alltag und der späteren emotionalen Entwicklung der Kinder her. Verpasste Momente könnten demnach mehr bedeuten als lediglich kurze Unterbrechungen gemeinsamer Aufmerksamkeit.
Infobox – WELT: Der Bericht stellt einen Zusammenhang zwischen häufiger Smartphone-Nutzung der Eltern und späteren unsicheren Bindungsmustern sowie Ängsten bei Teenagern dar.
Niedersachsen: Weniger Inobhutnahmen, aber mehr überforderte Eltern
STERN.de berichtet, dass in Niedersachsen im vergangenen Jahr weniger Kinder in Obhut genommen wurden als im Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Niedersachsen gab es vor allem bei 16- und 17-Jährigen einen deutlichen Rückgang.
Insgesamt wurden 5.020 Kinder in Obhut genommen, 184 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang hing laut dem Bericht vor allem damit zusammen, dass deutlich weniger unbegleitete Minderjährige aus dem Ausland einreisten.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Kinder, die wegen überforderter Eltern in Obhut genommen wurden. Deutliche Anstiege gab es bei Kindern zwischen 9 und 13 Jahren.
In rund zwei von fünf Fällen waren überforderte Eltern der Grund für die Inobhutnahme. In zusätzlich einem von fünf Fällen lagen Anzeichen für Vernachlässigung vor. Inobhutnahmen sollen Kinder und Jugendliche schützen, wenn eine akute Gefahr besteht oder Minderjährige unbegleitet einreisen.
Die meisten Fälle wurden den Angaben zufolge von Jugendämtern oder sozialen Diensten selbst gemeldet. Anzeigen durch die Polizei oder durch die Kinder selbst nahmen jedoch zu.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| In Obhut genommene Kinder | 5.020 |
| Veränderung zum Vorjahr | 184 weniger |
| Fälle wegen überforderter Eltern | rund zwei von fünf |
| Fälle wegen Anzeichen von Vernachlässigung | zusätzlich ein von fünf |
| Deutliche Anstiege | Kinder zwischen 9 und 13 Jahren |
Infobox – STERN.de: Niedersachsen verzeichnete 5.020 Inobhutnahmen und damit 184 weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig nahm die Zahl der Fälle wegen überforderter Eltern zu.
Weitere Meldung aus dem Pressespiegel
Der Kicker kündigt einen Beitrag mit dem Titel „Auch Eltern im Trikot“ über einen Besuch bei einem VfB-Camp in New Jersey an. Der vorliegende Quelltext enthält darüber hinaus keine nutzbaren Informationen zum Inhalt.
Infobox – Kicker: Der Beitrag thematisiert Eltern im Zusammenhang mit einem VfB-Camp in New Jersey.
Quellen:
- „Ehrlich gesagt …“, gibt es bei Kindern klare Signale, bei denen ich Eltern rate, genauer hinzuschauen
- Horb am Neckar: Eltern nach Tod ihres Kindes zu Bewährungsstrafen verurteilt
- Schwimmmeister schlägt Alarm: Eltern achten im Freibad nicht auf ihre Kinder
- Ständig am Handy: Wie Eltern ihren Kindern langfristig schaden
- Kinder- und Jugendschutz: Weniger neue Kinder in Obhut - doch mehr überforderte Eltern
- "Auch Eltern im Trikot": Der kicker zu Gast bei einem VfB-Camp in New Jersey