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Was macht gute Eltern aus? – Einblicke aus der modernen Pädagogik
Die Soziologin und Buchautorin Ruth Abraham betont, dass die Qualität der Beziehung zwischen Eltern und Kind entscheidender ist als die Anwendung bestimmter Erziehungsmethoden. Sie kritisiert die Vorstellung, Kinder seien „noch keine vollständigen Menschen“ und müssten geformt werden, als überholt. Laut Abraham zeigen aktuelle Studien, dass psychische Gesundheit und sozial-emotionale Fähigkeiten von Kindern maßgeblich auf der emotionalen Bindung zu den Eltern beruhen. Kinder entwickeln ihre soziale Kompetenz und Widerstandskraft vor allem dann, wenn sie sich angenommen und verstanden fühlen, nicht durch strenge Regeln.
Abraham rät Eltern, keine Angst vor Fehlern zu haben, da Fehler im Umgang mit dem eigenen Kind normal seien. Entscheidend sei, wie Eltern mit diesen Fehlern umgehen: Sie sollten daraus lernen und sich weiterentwickeln, anstatt sich selbst zu verurteilen. Ein radikaler Verhaltenswechsel sei unrealistisch, aber kleine Schritte, wie etwa das bewusste Reagieren auf Stresssituationen, könnten helfen. Besonders wichtig sei es, sich bei den Kindern zu entschuldigen, wenn Fehler passieren. Viele Menschen wünschten sich von ihren Eltern nicht Fehlerlosigkeit, sondern die Fähigkeit, Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen. Abraham plädiert für einen offenen Umgang mit dem Kind und sich selbst, ohne das Machtverhältnis auszunutzen, da Kinder auf die Fürsorge der Eltern angewiesen sind.
„Gute Beziehungen kommen nicht daher, dass wir keine Fehler machen. Sie kommen daher, dass wir Reparatur lernen und bereit sind, uns zu entwickeln.“ (Ruth Abraham, ntv.de)
- Beziehungsqualität ist wichtiger als Erziehungsmethoden.
- Fehler sind normal – entscheidend ist der Umgang damit.
- Eltern sollten sich bei ihren Kindern entschuldigen können.
- Offener, respektvoller Umgang stärkt die Bindung.
Infobox: Die moderne Pädagogik sieht die emotionale Bindung als Schlüssel für die Entwicklung von Resilienz und sozialer Kompetenz bei Kindern. Perfektion ist nicht das Ziel – vielmehr geht es um Lernbereitschaft und Offenheit im Familienalltag. (Quelle: ntv.de)
Hohe Haftstrafen nach Misshandlung eines Kindes in Augsburg
Das Amtsgericht Augsburg hat im Fall eines misshandelten sechsjährigen Jungen gegen den Vater eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten und gegen die Stiefmutter eine Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verhängt. Die Richterin bezeichnete die Taten als „sprachlos machend“: Der Junge wurde über mehr als ein Jahr geschlagen, gefesselt, in den Heizungsraum und andere Zimmer gesperrt, ihm wurde Essen vorenthalten und er wurde entwürdigt. Der Staatsanwalt sprach von einer „Hölle“, die das Kind durchleben musste.
Die Geständnisse der Angeklagten wurden als „sehr wenig von Reue getragen“ kritisiert. Das Gericht glaubte den Aussagen des Kindes vollumfänglich, gestützt durch Zeugenaussagen, Funde wie aufgeschnittene Kabelbinder und ein rechtsmedizinisches Gutachten, das die Verletzungen des Jungen bestätigte. Besonders eindrücklich war das Gutachten eines Facharztes für Kinder- und Jugendmedizin, der ein hohes Risiko für spätere psychische Erkrankungen beim Kind feststellte, darunter depressive Störungen und Drogenabhängigkeit. Bereits jetzt gebe es Anzeichen für eine posttraumatische Belastungsstörung. Die Verteidigung führte den Ursprung der Probleme auf den plötzlichen Tod der leiblichen Mutter zurück, was das Gericht jedoch nicht als mildernden Umstand anerkannte.
Strafe | Person |
---|---|
3 Jahre, 8 Monate | Vater |
3 Jahre, 2 Monate | Stiefmutter |
- Das Kind wurde über ein Jahr misshandelt und eingesperrt.
- Rechtsmedizinisches Gutachten bestätigte die Verletzungen.
- Hohe Risiken für spätere psychische Erkrankungen festgestellt.
- Das Gericht glaubte den Aussagen des Kindes vollumfänglich.
Infobox: Das Gericht in Augsburg verhängte hohe Haftstrafen wegen schwerer Misshandlung eines Schutzbefohlenen. Die psychischen und physischen Folgen für das Kind sind gravierend. (Quelle: SZ.de)
Schwimmbäder: Eltern und ihre Aufsichtspflicht – Herausforderungen und Preisentwicklung
In Hamburg übernimmt Susan Zetzmann die Geschäftsführung des städtischen Badbetreibers Bäderland. Sie betont die Bedeutung von Schwimmen als wichtige Fähigkeit für Kinder und sieht die Verantwortung für Wassergewöhnung nicht nur bei Schulen, sondern bereits im Kita-Alter. Dirk Schumaier, ihr Vorgänger, berichtet, dass nach der Corona-Pandemie die Zahl der Schwimmkurse deutlich erhöht wurde, um entstandene Lücken zu schließen. Die Stadt Hamburg stellte dafür zusätzliche Mittel bereit.
Beide Führungskräfte beobachten, dass viele Kinder heute keine Wassergewöhnung mehr haben. Zetzmann sieht die Aufgabe, frühzeitig Wassergewöhnung in den Alltag zu integrieren. Schumaier weist darauf hin, dass sich das Verhalten vieler Eltern verändert habe: Manche Eltern würden glauben, sie könnten ihre Kinder im Schwimmbad wie in der Kita abgeben. Die Aufsichtspflicht liege jedoch weiterhin bei den Eltern, viele seien durch Handys oder Social Media abgelenkt, was zu gefährlichen Situationen führe. Bei Verstößen gegen die Aufsichtspflicht müssen Eltern das Bad verlassen.
In Hamburg zahlen Kinder bis zwölf Jahre nur ein Viertel des regulären Preises, Jugendliche die Hälfte. Erwachsene zahlen den regulären Tarif, der mit bis zu 18% rabattfähig ist. Mitglieder des Schwimmclubs zahlen – je nach Nutzung – umgerechnet 1,88 Euro pro Tag. Die Kostendeckung der Bäder liegt bei 60 Prozent, der Rest wird durch städtische Zuschüsse finanziert.
Altersgruppe | Preis (Anteil am regulären Tarif) |
---|---|
Kinder bis 12 Jahre | 25% |
Jugendliche | 50% |
Erwachsene | 100% (bis zu 18% Rabatt möglich) |
Schwimmclub-Mitglieder | 1,88 Euro/Tag (je nach Nutzung) |
- Wassergewöhnung soll früh beginnen, bereits im Kita-Alter.
- Eltern tragen die volle Aufsichtspflicht im Schwimmbad.
- Preismodell: Kinder und Jugendliche zahlen deutlich weniger.
- Kostendeckung der Bäder bei 60 Prozent, Rest ist Zuschuss.
Infobox: Die Verantwortung für die Sicherheit der Kinder im Schwimmbad liegt bei den Eltern. Die Stadt Hamburg setzt auf frühe Wassergewöhnung und ein sozial gestaffeltes Preismodell. (Quelle: WELT)
Freibad-Aufsicht prangert mangelnde Aufmerksamkeit der Eltern an
Im Rendsburger Freibad „Aquacity“ müssen Badeaufsichten fast täglich Kinder aus gefährlichen Situationen retten, weil Eltern durch Gespräche oder Mobiltelefone abgelenkt sind. Laut Badleiter Oliver Wolf müssen die Aufsichten bis zu zehnmal täglich Kinder aus dem Wasser holen, weil sie unbeaufsichtigt ins Becken gehen und untergehen. Besonders kleine Kinder, die noch nicht schwimmen können, werden häufig aus den Augen verloren. Schwimmhilfen wie Flügel oder Ringe bieten keinen verlässlichen Schutz, da sie abrutschen oder sich lösen können.
Wolf betont, dass die Aufsichtspflicht der Eltern nicht am Schwimmbad-Eingang endet. Auch der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister (BDS) kritisiert, dass viele Eltern nur noch auf ihr Smartphone achten und nicht auf ihre Kinder. Dirk Dornseif, Badebetriebsleiter des Battenberger Freibades in Hessen, stellt klar, dass die Aufsichtspflicht bei den Eltern liegt. Studien zufolge sind rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung bereits von Handysucht betroffen, was im Freibad zu lebensgefährlichen Situationen führen kann.
- Bis zu zehn Rettungseinsätze pro Tag im Freibad Rendsburg.
- Eltern sind oft durch Handys abgelenkt.
- Schwimmhilfen bieten keinen sicheren Schutz.
- Aufsichtspflicht der Eltern endet nicht am Schwimmbad-Eingang.
Infobox: Die Ablenkung durch Smartphones führt im Freibad zu gefährlichen Situationen für Kinder. Die Verantwortung für die Sicherheit der Kinder liegt weiterhin bei den Eltern. (Quelle: Frankfurter Rundschau)
Quellen:
- Was macht gute Eltern aus?
- Augsburg: Kind misshandelt - Gericht verhängt gegen Eltern hohe Haftstrafen - Bayern - SZ.de
- „Manche Eltern glauben offenbar, sie könnten ihre Kinder im Bad wie in der Kita abgeben“
- Freibad-Aufsicht geht auf Eltern los
- Pass abgelaufen: Eltern lassen Sohn (10) einfach am Flughafen zurück
- Wenn Väter sich selbst zum Nebendarsteller degradieren