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Kita-Gebühren in March: Elternproteste gegen drastische Erhöhungen
In der Gemeinde March im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sehen sich Eltern mit erheblichen Steigerungen der Kita-Gebühren konfrontiert. Laut SWR müssen Familien mit einem Kind in der Kita (unter drei Jahren, U3) und einem im Kindergarten (über drei Jahre, Ü3) ab dem 1. September 2025 statt bisher 506 Euro nun 627 Euro monatlich zahlen. Im Jahr 2026 steigen die Kosten auf 734 Euro, bis 2030 auf 906 Euro. Besonders betroffen sind Familien mit zwei Kleinkindern in U3-Betreuung: Sie zahlen ab dem kommenden Jahr rund 1.000 Euro monatlich, 2030 sogar 1.240 Euro.
Die Gemeinde March ist hoch verschuldet, weshalb der Gemeinderat Ende Juli beschloss, die Gebühren jährlich zu erhöhen. Eine Sozialstaffelung wird abgelehnt, da der bürokratische Aufwand laut Bürgermeister Helmut Mursa zu hoch sei. Lediglich eine Geschwisterstaffelung existiert, die jedoch bis 2029 schrittweise reduziert werden soll. Viele Eltern, wie die zweifache Mutter Isabell Sacharek, sehen sich gezwungen, ihre Berufstätigkeit zu überdenken, da sich das Arbeiten finanziell kaum noch lohnt. Bürgermeister Mursa rät dennoch, arbeiten zu gehen, um Rentenpunkte zu sichern. Die soziale Komponente der Kita, wie das Ankommen der Kinder im Ort, wird von den Eltern betont und als wichtig für die Entwicklung der Kinder angesehen.
Jahr | Kita-Gebühr (1x U3, 1x Ü3) | Kita-Gebühr (2x U3) |
---|---|---|
2025 | 627 € | ca. 1.000 € |
2026 | 734 € | – |
2030 | 906 € | 1.240 € |
- Keine Sozialstaffelung, nur Geschwisterstaffelung (wird reduziert)
- Gemeinde ist hoch verschuldet, keine neuen Kredite möglich
- Elternproteste gegen die drastischen Erhöhungen
Infobox: Die Kita-Gebühren in March steigen bis 2030 auf bis zu 1.240 Euro monatlich für zwei U3-Kinder. Die Gemeinde begründet dies mit ihrer hohen Verschuldung und lehnt eine Sozialstaffelung ab. (Quelle: SWR)
Hamburg: Mehr Bußgelder für Schulschwänzen vor und nach den Ferien
In Hamburg wurden im Jahr 2024 deutlich mehr Bußgelder gegen Eltern verhängt, die ihre Kinder vor oder nach den Ferien ungenehmigt aus der Schule genommen haben. Nach Angaben des NDR mussten Eltern im vergangenen Jahr insgesamt rund 62.000 Euro an Bußgeldern zahlen, was knapp 20.000 Euro mehr ist als im Vorjahr. Für das laufende Jahr wurden bereits Bußgelder in Höhe von 19.000 Euro verhängt, wobei die Meldungen für die Sommerferien noch nicht vollständig erfasst sind.
Ein Beurlaubungsantrag wird nur bei wichtigem Grund genehmigt. Günstigere Flugpreise zählen nicht dazu. Wer ohne genehmigten Antrag die Ferien verlängert, muss mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen, bei mehreren Geschwisterkindern sind es 350 Euro. Lehrerinnen und Lehrer sind verpflichtet, insbesondere vor und nach den Ferien die Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler zu überprüfen.
Jahr | Bußgelder gesamt |
---|---|
2023 | ca. 42.000 € |
2024 | ca. 62.000 € |
- Bußgeld pro Kind: 250 €
- Bußgeld bei mehreren Geschwistern: 350 €
- Beurlaubung nur bei wichtigem Grund möglich
Infobox: Die Zahl der verhängten Bußgelder für unerlaubtes Schulschwänzen vor und nach den Ferien ist in Hamburg deutlich gestiegen. 2024 wurden bereits rund 62.000 Euro fällig. (Quelle: NDR.de)
Thüringen: Neues Schuljahr mit geänderten Regeln und steigenden Kosten
In Thüringen beginnt das neue Schuljahr für mehr als 260.000 Schülerinnen und Schüler mit einer geänderten Schulordnung. Nach Angaben des MDR werden Kopfnoten für Verhalten und Mitarbeit ab der ersten Klasse eingeführt, zunächst als verbale Rückmeldung, ab Klasse drei dann als Noten. Die private Nutzung von Handys, Smartwatches und Tablets ist in Grundschulen sowie Gemeinschafts- und Förderschulen mit ersten bis vierten Klassen verboten. Jede Schule kann die Umsetzung des Verbots selbst regeln.
Die Preise für Schulmaterialien sind laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr teils überdurchschnittlich gestiegen. Schul- und Lehrbücher verteuerten sich von Juni 2024 zu Juni 2025 um fast vier Prozent, während die Verbraucherpreise insgesamt um zwei Prozent stiegen. In Thüringen gibt es keine Lernmittelfreiheit, Eltern müssen für Verbrauchsmaterialien und Bücher selbst zahlen. Die Kosten für Arbeitshefte und Kopiergeld sind gedeckelt: 30 Euro in der Grundschule, 40 Euro in weiterführenden Schulen. Allerdings handelt es sich um eine Soll-Vorschrift, die in der Praxis oft überschritten wird.
Im vergangenen Schuljahr wurden 1.358 Lehrkräfte neu eingestellt, knapp 500 mehr als in den Ruhestand gingen. Dennoch sind aktuell 573 Lehrerstellen unterbesetzt. Das Ziel, den Unterrichtsausfall auf unter zehn Prozent zu senken, ist noch nicht erreicht. Lehramtsanwärter können ab dem neuen Schuljahr bis zu acht Stunden zusätzlich unterrichten und erhalten dafür eine Vergütung. Für das Referendariat im ländlichen Raum ist eine Sonderzulage geplant.
Schulmaterialien | Preissteigerung (2024-2025) |
---|---|
Schul- und Lehrbücher | +3,8 % |
Verbraucherpreise gesamt | +2 % |
- Kopfnoten ab Klasse 1, Noten ab Klasse 3
- Handyverbot in Grundschulen und bestimmten Förderschulen
- Gedeckelte Kosten: 30 € (Grundschule), 40 € (weiterführende Schulen)
- 1.358 neue Lehrkräfte, 573 Stellen weiterhin unbesetzt
Infobox: Thüringen startet mit neuen Regeln ins Schuljahr: Kopfnoten, Handyverbot und steigende Kosten für Schulmaterialien prägen den Schulalltag. Der Lehrermangel bleibt eine Herausforderung. (Quelle: MDR)
Psychische Erkrankungen: Hohe Risiken für Kinder betroffener Eltern
Nach Angaben der WELT erkranken 50 Prozent der Kinder von psychisch kranken Eltern im Laufe ihres Lebens selbst an einer psychischen Erkrankung. Der Schriftsteller und Psychologe Leon Engler betont, dass verdrängte Probleme oft eine Generation später wieder auftreten können. Die Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen in der Familie ist daher von großer Bedeutung.
„50 Prozent der Kinder von psychisch kranken Eltern erkranken selber.“
- Psychische Erkrankungen können generationsübergreifend wirken
- Frühe Auseinandersetzung und Unterstützung sind wichtig
Infobox: Die Hälfte der Kinder psychisch kranker Eltern entwickelt selbst eine psychische Erkrankung. Prävention und offene Kommunikation sind entscheidend. (Quelle: WELT)
Freiwilligendienste: Geringes Taschengeld als Hürde für viele Jugendliche
Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, kritisiert in der Berliner Morgenpost die niedrigen Taschengeldsätze für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Aktuell liegt das Taschengeld bei 150 bis 300 Euro im Monat, was dazu führt, dass Freiwilligendienste oft nur für Kinder von finanziell gut aufgestellten Eltern attraktiv sind. Hasselfeldt fordert, das Taschengeld am Bafög-Satz zu orientieren, der derzeit bei maximal 992 Euro liegt, inklusive Zuschüsse für Kranken- und Pflegeversicherung.
Als weitere Anreize schlägt sie ein Deutschlandticket und bundesweit einheitliche Vorgaben für die Anerkennung des Freiwilligendienstes bei Studienplatzvergaben vor. Freiwilligendienste seien nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für die persönliche Entwicklung der Jugendlichen wichtig. Viele entscheiden sich nach einem solchen Dienst für eine Ausbildung im sozialen Bereich oder engagieren sich später ehrenamtlich.
Leistung | Höhe |
---|---|
Taschengeld (BFD/FSJ) | 150–300 € |
Maximaler Bafög-Satz | 992 € |
- Forderung nach Anhebung des Taschengelds auf Bafög-Niveau
- Deutschlandticket und Anerkennung für Studienplätze als Anreize
Infobox: Das niedrige Taschengeld macht Freiwilligendienste für viele Jugendliche unattraktiv. Das DRK fordert eine Anhebung auf Bafög-Niveau und zusätzliche Anreize. (Quelle: Berliner Morgenpost)
Quellen:
- Kita-Gebühren zu teuer: Warum sich für manche Eltern arbeiten gehen nicht mehr lohnt
- Schulschwänzen vor den Ferien: Mehr Bußgelder für Hamburger Eltern
- Schule in Thüringen geht los: Was Schüler und Eltern wissen müssen
- „50 Prozent der Kinder von psychisch kranken Eltern erkranken selber“
- „Nur etwas für Kinder von finanziell gut aufgestellten Eltern“
- Kinderdepot-Vergleich: Wie Eltern ihren Nachwuchs reich machen