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Kinder mit Problemen in der Grundschule: Ursachen und Herausforderungen
Immer mehr Kinder starten mit Schwierigkeiten in die Grundschule. Laut Entwicklungspsychologe Jörn Borke von der Universität Magdeburg-Stendal haben Defizite wie Sprachprobleme und Konzentrationsstörungen zugenommen. Studien wie die Iglu-Studie deuten darauf hin, dass die Lesekompetenz von Grundschülerinnen und -schülern schlechter geworden ist. Borke sieht als Gründe unter anderem, dass in vielen Elternhäusern weniger vorgelesen und gesprochen wird. Eltern seien häufig am Smartphone beschäftigt und reagierten weniger auf die Signale ihrer Kinder, was zu Sprachschwierigkeiten und einer langsameren Entwicklung führen könne.
Auch die Bedingungen in Kitas und Schulen sind laut Borke nicht optimal. Der Lehrermangel erschwert es, auf individuelle Lernunterschiede einzugehen. Die Vielfalt in den Klassen nimmt zu, nicht nur durch Migration, sondern auch durch unterschiedliche Erziehungsstile. Borke betont, dass nicht der Migrationshintergrund, sondern die Sozialisation und Förderung im Elternhaus entscheidend für den Schulerfolg sind. Sprachtests in Kitas könnten helfen, bergen aber Risiken, wenn sie nicht von geschultem Personal durchgeführt werden. Alltagsintegrierte Sprachförderung in Kitas hält Borke für effektiver.
„Wichtig wäre erstmal, als Eltern auf eine Art entspannt zu sein, aber auch das Kind zu beobachten, dem Kind nach Möglichkeit Lust zu machen auf die Schule, das Kind zu motivieren und gut zu begleiten.“ (Jörn Borke, MDR)
- Defizite wie Sprachprobleme und Konzentrationsstörungen nehmen zu.
- Eltern sind oft am Smartphone und sprechen weniger mit ihren Kindern.
- Lehrermangel erschwert individuelle Förderung.
- Sprachtests in Kitas sind umstritten, alltagsintegrierte Förderung wird empfohlen.
Infobox: Die Lesekompetenz von Grundschülern ist laut Iglu-Studie rückläufig. Ursachen sind unter anderem veränderte Mediennutzung und weniger sprachliche Förderung im Elternhaus. (Quelle: MDR)
Umfrage: Mehrheit der Eltern für Handy-Verbot an Schulen
Rund 80 Prozent der Eltern sprechen sich laut einer von der Postbank in Auftrag gegebenen Umfrage für ein Handy-Verbot an Schulen aus. 49 Prozent der Befragten mit Kindern sind der Meinung, dass Smartphones den Unterricht und die Konzentration stören. Weitere 32 Prozent befürworten ein Verbot, wünschen sich aber Ausnahmen für bestimmte Situationen. Die „Digitalstudie 2025“ befragte zwischen Mai und Juni 3.050 Einwohner online. Die Einstellung ist laut Studie keine Generationenfrage: 52 Prozent der 40-Jährigen und Älteren sowie 47 Prozent der 18- bis 39-Jährigen sehen Handys als Störfaktor im Unterricht.
Im Saarland ist die Nutzung privater Smartphones und Smartwatches in den ersten vier Jahrgangsstufen der Grund- und Förderschulen bereits verboten. In Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sollen die Schulen selbst altersgerechte Regeln aufstellen. Der Deutsche Lehrerverband lehnt ein absolutes Handyverbot ab. Verbandspräsident Stefan Düll warnt, dass ein Verbot den heimlichen Gebrauch attraktiver mache. Er plädiert für einen kritisch-reflektierten Umgang mit digitalen Medien und klare Regeln an Schulen.
„Ein Verbot der privaten Handy-Nutzung während des Unterrichts versteht sich von selbst.“ (Stefan Düll, Deutscher Lehrerverband, STERN.de)
- 80 Prozent der Eltern befürworten ein Handy-Verbot an Schulen.
- Handys werden als Störfaktor für Konzentration und Unterricht gesehen.
- Lehrerverband fordert klare Regeln statt eines absoluten Verbots.
Infobox: Die Mehrheit der Eltern sieht Handys als Gefahr für den Lernerfolg ihrer Kinder und wünscht sich offizielle Schutzräume und Regeln. (Quelle: STERN.de)
Respektvolle Kommunikation zwischen Eltern und Kindern
Eine Mutter berichtet, dass sie oft nicht in Ordnung findet, wie ihre siebenjährige Tochter mit ihr spricht. Erziehungswissenschaftlerin Daniela Albert erklärt, wie Eltern wertschätzende Kommunikation fördern können. Sie rät, aus der „Schimpfspirale“ auszusteigen und Kindern respektvolles Verhalten vorzuleben. Eltern sollten auf ihre eigene Sprache achten und Konflikte ruhig und klar ansprechen. Es sei wichtig, Kindern zuzuhören und ihre Gefühle ernst zu nehmen, um eine respektvolle Gesprächskultur zu etablieren.
- Eltern sollten respektvolle Kommunikation vorleben.
- Konflikte ruhig und klar ansprechen.
- Gefühle der Kinder ernst nehmen und zuhören.
Infobox: Wertschätzende Kommunikation kann durch Vorbildfunktion und bewusste Gesprächsführung gefördert werden. (Quelle: Hit Radio FFH)
Gericht: S-Bahnfahrt zur Schule für Siebenjährigen zumutbar
Das Verwaltungsgericht Dresden hat entschieden, dass auch ein siebenjähriger Grundschüler aus Rathen in der Sächsischen Schweiz die S-Bahn zur Schule nach Königstein nutzen kann. Die Eltern hatten eine andere Beförderung gefordert, da sie die S-Bahnfahrt für zu gefährlich hielten. Sie verwiesen auf die Sogwirkung von Güterzügen, unaufmerksame Autofahrer und Gleisarbeiten mit Schienenersatzverkehr. Das Gericht sah jedoch keine über die üblichen Gefahren des Straßenverkehrs hinausgehenden Risiken. Alle Fußwege seien beleuchtet, Bahnübergänge beschrankt oder mit Unterführungen ausgestattet. Die Eltern könnten den Schulweg mit dem Kind üben.
Fahrtzeit | Takt | Betriebszeit |
---|---|---|
5 Minuten | Halbstündlich | 5:03 Uhr bis 0:46 Uhr |
Infobox: Das Gericht sieht die S-Bahnfahrt für einen Siebenjährigen als zumutbar an, da keine außergewöhnlichen Gefahren bestehen. (Quelle: Ntv)
Kita-Gebühren in Baden-Württemberg: Arbeiten lohnt sich für Eltern kaum noch
In der Gemeinde March im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald steigen die Kita-Gebühren ab dem 1. September 2025 deutlich. Familien mit einem Kind in der U3-Betreuung und einem im Kindergarten zahlen künftig 627 Euro statt bisher 506 Euro. 2026 steigen die Kosten auf 734 Euro, 2030 auf 906 Euro. Familien mit zwei Kleinkindern in U3-Betreuung müssen ab 2026 rund 1.000 Euro monatlich zahlen, 2030 sogar 1.240 Euro. Die Gemeinde ist hoch verschuldet und sieht keinen Handlungsspielraum. Eine Sozialstaffelung wird abgelehnt, lediglich eine Geschwisterstaffelung bleibt, soll aber bis 2029 reduziert werden.
Betroffene Eltern wie Isabell Sacharek sehen sich gezwungen, ihre Berufstätigkeit zu überdenken, da sich Arbeiten finanziell kaum noch lohnt. Bürgermeister Helmut Mursa rät dennoch, arbeiten zu gehen, um Rentenpunkte zu sichern. Für viele Eltern ist der Spagat zwischen Familie und Beruf jedoch zu groß. Auch die soziale Komponente des Kindergartens wird betont: Kinder sollen die Chance haben, im Ort anzukommen und Kontakte zu knüpfen.
Jahr | Kita-Gebühr (1 U3 + 1 Ü3) | Kita-Gebühr (2 U3) |
---|---|---|
2025 | 627 € | - |
2026 | 734 € | 1.000 € |
2030 | 906 € | 1.240 € |
Infobox: In March steigen die Kita-Gebühren bis 2030 auf bis zu 1.240 Euro monatlich für zwei U3-Kinder. Viele Eltern können sich die Betreuung kaum noch leisten. (Quelle: tagesschau.de)
Quellen:
- Kinder mit Problemen in der Grundschule: "Eltern sind häufig am Smartphone beschäftigt"
- Schulen: Umfrage: So viele Eltern wollen ein Handy-Verbot an Schulen
- „So redest du nicht mit mir!“ – wie Eltern Kindern respektvolle Kommunikation beibringen
- Eltern halten Weg für gefährlich: Gericht findet S-Bahnfahrt zur Schule für Siebenjährigen zumutbar
- Baden-Württemberg: Kita-Gebühren zu hoch: Wenn sich Arbeiten für Eltern nicht mehr lohnt
- Schulfahrten üben - Kostenloses Eltern-Kind-Ticket in weiten Teilen von NRW - Bildung - SZ.de