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Mathematik, Erholung und Krisengespräche: Was Familien aktuell beschäftigt
Fünf mathematische Fähigkeiten sollen Kita-Kinder vor der Einschulung beherrschen
Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass viele Eltern die mathematische Förderung ihrer Kinder weniger beachten als Sprache, Lesen und Schreiben. Barbara Schindelhauer, Gründerin des Instituts für vorschulisches Lernen, erklärt, dass Kinder bereits früh ein Mengenverständnis entwickeln: Sie erkennen etwa, dass drei Kekse mehr sind als einer.
Mathematik werde in der frühen Bildung jedoch häufig auf das Auswendiglernen von Zahlenreihen und Arbeitsblätter reduziert. Dabei gehe es auch um Mengen, Formen, Abstände, Größen, die Lage im Raum und Muster. Nach Angaben der Zeitung können schlechte Erfahrungen von Eltern und Erziehern mit Mathematik dazu führen, dass sich deren Unsicherheit auf Kinder überträgt.
Schindelhauer empfiehlt, mathematische Erfahrungen in Alltag und Spiel einzubauen. Beim Essen könnten Kinder Teller zählen, Mengen abwiegen, Zutaten zählen oder Gemüse nach Größe sortieren. Auch Brettspiele seien geeignet, weil Würfelbilder das Erfassen von Mengen trainieren, ohne dass jedes Element einzeln abgezählt werden müsse.
Auf Grundlage einer Langzeitstudie der Psychologin Kristin Krajewski aus dem Jahr 2003 nennt der Bericht fünf Fähigkeiten mit hoher Vorhersagekraft dafür, ob Kinder später eine Rechenschwäche entwickeln:
- Mengen vergleichen und verstehen, dass eine Zahl unabhängig von Anordnung oder Material für eine bestimmte Menge steht.
- Zahlenbilder bis zehn erkennen.
- Vorwärts und rückwärts bis zehn zählen sowie Vorgänger und Nachfolger einer Zahl kennen.
- Einfach addieren und subtrahieren und verstehen, dass sich Zahlen zusammensetzen und zerlegen lassen.
- Bei einer Seriation ein Element in eine vorgegebene Reihe einordnen und Muster erkennen.
„Es braucht viele verschiedene Erfahrungen, mit allen Sinnen, im Spiel und im Alltag.“
Infobox: Die Frankfurter Rundschau hebt fünf mathematische Grundlagen hervor: Mengenvergleich, Zahlenbilder bis zehn, Zählen, einfache Rechenoperationen und Seriation.
Familienurlaub: Eltern brauchen laut WELT auch Zeit für sich
Die WELT beschreibt Ferien mit Kindern als eine besondere Belastung für Eltern. Gewohnte Entlastungen durch Kita, Schule oder Großeltern fehlen, während Eltern am Urlaubsort rund um die Uhr präsent und verantwortlich bleiben.
Die Erwartung, dass Erholung automatisch durch den Ortswechsel entsteht, könne enttäuscht werden. Müde Kinder, Stress am Flughafen, eine anders aussehende Ferienwohnung oder fehlende Dinge gehörten zu den möglichen Störfaktoren. Entscheidend sei, diesen Situationen nicht zu erlauben, den gesamten Urlaub zu bestimmen.
Die Diplom-Sozialpädagogin, Erzieherin und Gründerin der Eltern Akademie Gabriele Reichart rät Eltern, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Zeit allein, ein Spaziergang, eine halbe Stunde mit einem Buch oder Ruhe könnten wie ein „Mini-Charger“ wirken. Diese Auszeiten seien kein Luxus, sondern notwendig, damit Eltern zufriedener, gelassener und präsenter für die Familie sein könnten.
Wenn Kinder nicht in den Kinderclub möchten, sollten Eltern deren Bedürfnis nach Nähe berücksichtigen. Die WELT empfiehlt, gemeinsam überschaubare Pausen zu planen, bei denen das Kind die Eltern sehen kann. Als Beispiel wird ein Vater genannt, der zehn Meter entfernt ein Buch las, während sein Sohn in Sichtweite Sandburgen baute.
Reichart rät außerdem zu realistischen Erwartungen. Regen, Streit und Langeweile könnten zum Urlaub gehören. Eltern sollten Verantwortung beim Aufstehen, Spielen oder Kochen teilen. Gemeinsames Reisen mit anderen Familien könne entlasten, sofern alle ihre Bedürfnisse ehrlich einbringen.
„Urlaub ist nicht die Zeit, ein ideales Familienleben zu erschaffen.“
Infobox: Laut WELT brauchen Eltern im Familienurlaub vor allem realistische Erwartungen, geteilte Verantwortung und regelmäßige Zeit für sich.
Trennung erklären: Kinder brauchen klare Botschaften und konkrete Informationen
RP Online berichtet über die Empfehlungen der Familienexpertin Kerstin Härtel für Gespräche mit Kindern nach einer Trennung. Mehr als 500 Familien suchten jedes Jahr Hilfe bei der Caritas-Beratungsstelle in Düsseldorf-Rath; in 43 Prozent der Fälle gehe es um Trennung oder Scheidung.
Härtel zufolge ist die Nachfrage dauerhaft hoch und steige weiter, besonders bei Trennung und Scheidung. Häufige Konflikte beträfen Umgangskontakte, den Wohnsitz des Kindes, pädagogische Fragen oder Auffälligkeiten bei Kindern. Die Kommunikation der Eltern sei oft durch emotionale Verletzungen aus der Partnerschaft belastet.
Eine zentrale Herausforderung bestehe darin, die Trennung auf der Paarebene von der gemeinsamen Verantwortung auf der Elternebene zu unterscheiden. Verletzungen, Enttäuschungen und ungelöste Konflikte gehörten zwischen die Erwachsenen. Kinder sollten weiterhin beide Elternteile lieben dürfen und eine sichere Beziehung zu beiden aufrechterhalten können.
Eltern sollten die Trennung möglichst altersgerecht und gemeinsam erklären. Die Kinder müssten wissen, dass sie nicht schuld seien und sich nicht um ihre Eltern kümmern oder diese trösten müssten. Sicherheit entstehe durch konkrete Informationen: Wann zieht ein Elternteil aus? Wie weit ist die neue Wohnung entfernt? Welche Fragen sind noch offen?
Bei sehr kleinen Kindern sollte laut Härtel früh nach tragfähigen Lösungen für Umgangskontakte gesucht werden. Für Kinder unter drei Jahren gebe es spezifische fachliche Empfehlungen. In der Regel sei es sinnvoller, den anderen Elternteil mehrmals pro Woche für kürzere Zeiträume zu sehen, statt in großen Abständen.
Belastungen können sich laut RP Online durch Verhaltensänderungen zeigen. Kinder könnten stiller und zurückgezogener werden, weniger mitteilen, aggressiver oder fordernder auftreten, häufiger weinen, Albträume haben oder psychosomatische Beschwerden entwickeln. Bei kleineren Kindern könne auch erneutes Einnässen auftreten. Häufiger Streit zwischen Geschwistern oder der Versuch, Erwachsenenaufgaben zu übernehmen, seien ebenfalls mögliche Warnsignale.
„Unterstützung ist kein Zeichen für Schwäche, sondern von Verantwortung – für sich selbst und vor allem für die eigenen Kinder.“
Infobox: RP Online empfiehlt bei Trennungen gemeinsame, altersgerechte Gespräche, konkrete Informationen und eine klare Trennung zwischen Paarkonflikt und Elternverantwortung.
Eltern von Marius sprechen über Trauer und politische Konsequenzen
Euronews.com berichtet über die Eltern des 22-jährigen Geschichtsstudenten Marius Dick, der am 15. Juli in Trier erstochen wurde. Als Tatverdächtiger wird ein abgelehnter Asylbewerber aus Afghanistan genannt, der nach der Tat für psychisch krank erklärt worden sei; ein Gutachten solle unter anderem seine Schuldfähigkeit klären.
Die Eltern Elke und Thomas Dick schildern, wie sie von der Polizei über den Tod ihres Sohnes informiert wurden. Thomas Dick berichtet, dass zwei Beamte und zwei Notfallseelsorger vor seiner Tür standen. Kurz nach 16 Uhr habe er die Nachricht erhalten: „Ihr Sohn Marius ist tot.“ Seine Frau Elke kam etwa eine Stunde später nach Hause und erfuhr dort, dass ihr Sohn am Morgen in Trier erstochen worden war.
Elke Dick beschreibt den Moment als einen Augenblick, in dem jemand „ein Stück aus deinem Herz herausreißt“. Die Eltern haben sich trotz der Belastung entschieden, öffentlich über den Tod ihres Sohnes zu sprechen. Sie verbinden ihre Trauer mit Forderungen an die Politik und hoffen, dass der Fall Veränderungen bei Sicherheit, Asylrecht und Abschiebungen auslöst.
Euronews.com zufolge galt der Tatverdächtige als gut integriert. Er habe eine Ausbildung im Metallbereich absolviert, als Facharbeiter gearbeitet, sehr gut Deutsch gesprochen und sei zuvor nicht durch auffälliges Verhalten aufgefallen. Erst nach der Tat sei bekannt geworden, dass er an einer psychischen Erkrankung gelitten haben und sich in psychiatrischer Behandlung befunden haben soll.
Die Eltern fordern, bestehende Gesetze konsequent anzuwenden und Straftäter abzuschieben. Außerdem verlangen sie eine politische Auseinandersetzung über Außengrenzen, Asylrecht und den Umgang mit potenziellen Straftätern. Thomas Dick spricht sich auch für Gespräche mit allen Fraktionen des Bundestages aus.
Für den jüngeren Bruder Johannes sei die Situation ebenfalls schwer. In den ersten beiden Tagen habe er sich noch stärker zurückgezogen und nicht mehr gegessen. Halt finde er unter anderem durch die Hilfe einer Heilpraktikerin und durch seine Tätigkeit als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.
Bundeskanzler Friedrich Merz habe die Eltern persönlich angerufen. Die Eltern wollen das Gedenken an Marius in der Öffentlichkeit weiterführen. Unterstützung erhielten sie aus der Nachbarschaft, durch Beileidsbekundungen bei der Beisetzung und durch Hilfsangebote aus ihrem Umfeld.
„Wir werden immer wieder Momente bekommen, wo wir Einbrüche haben, wo es uns nicht so gut geht.“
Infobox: Euronews.com berichtet über die Trauer der Eltern, ihre Forderungen an die Politik und die Unterstützung, die der Familie nach dem Tod von Marius zuteilwird.
Quellen:
- Eltern unterschätzen es: Fünf Dinge müssen Kita-Kinder vor der ersten Klasse beherrschen
- Ferien mit Kindern: Was Eltern im Urlaub wirklich brauchen
- Familien in der Krise: So erklären Eltern ihren Kindern die Trennung richtig
- Messermord an Marius (22): Die Eltern über ihren Schmerz
- Nach Messerangriff auf Marius: Interview mit seinen Eltern
- Berufstätige Eltern in Gütersloh verzweifelt: Kinder bei Kita-Engpässen nicht mehr bevorzugt














