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Vorlesen: Weniger Fragen, mehr sprachliche Begleitung
Beim gemeinsamen Vorlesen fragen viele Eltern häufig: „Was ist das? Was steht da? Welche Farbe hat das?“ Die Logopädin Emily aus den USA kritisiert dieses Vorgehen in einem viral gegangenen Instagram-Video und empfiehlt stattdessen kurze Wörter und Zwei-Wort-Modelle wie „Kuh. Braune Kuh. Muh. Traktor. Hup hup.“
Nach Angaben der Frankfurter Rundschau soll diese Form des Vorlesens den Druck vom Kind nehmen und Sprache im passenden Zusammenhang vorleben. Die Logopädin Nathalie Frey rät Eltern, beim Bilderbuchanschauen zu kommentieren, was sie sehen: „Das ist eine Kuh. Die Kuh ist braun. Ihr Fell ist weich.“ Dieses sogenannte „Versprachlichen, was geschieht“ könne auch auf dem Spielplatz oder im Zoo angewendet werden.
Frey betont, dass für die Sprachentwicklung vor allem Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten entscheidend seien. Wiederholungen, Babysprache, übertriebene Mimik und eine spielerische Sprechweise seien dabei hilfreich.
„Je übertriebener und spielerischer man spricht, desto mehr ziehen die Kinder daraus.“ – Logopädin Nathalie Frey, Frankfurter Rundschau
Die Sprachwissenschaftlerin Uta Quasthoff bezeichnet das Vorlesen als einen der wichtigsten Einflüsse, durch den Kinder vor dem eigenen Lesen mit Schriftsprache in Kontakt kommen. Dabei erweiterten sie ihren Wortschatz, lernten Grammatik und begegneten unterschiedlichen Formen wie Erzählungen, Beschreibungen und Reimen.
Der Vorlesemonitor 2024 zeigt laut Frankfurter Rundschau, dass 18 Prozent der Kinder von ihren Eltern oder Bezugspersonen nie vorgelesen bekommen. Hörbücher könnten den Spracherwerb ergänzen, das gemeinsame Bilderbuch mit einer Bezugsperson aber nicht ersetzen, weil die direkte Interaktion entscheidend sei.
Infobox: Beim Vorlesen sollten Eltern weniger abfragen, mehr zeigen und benennen und dem Kind Zeit lassen, Sprache im eigenen Tempo aufzunehmen. Quelle: Frankfurter Rundschau.
Berliner CDU legt Acht-Punkte-Plan gegen Gewalt an Schulen vor
Die Berliner CDU um Spitzenkandidat Stefan Evers und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch hat einen Acht-Punkte-Plan gegen Gewalt, Mobbing, Ausgrenzung, Konformitätsdruck und Radikalisierung an Schulen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht eine „Null-Toleranz-Strategie“ mit Prävention, frühzeitiger Intervention und spürbaren Folgen bei Regelverstößen.
Wie WELT berichtet, wurde der Plan an der Internationalen Kant-Grundschule in Berlin-Steglitz präsentiert, weil Wahlkampfveranstaltungen an öffentlichen Schulen nicht erlaubt sind. Die Schule wird im Bericht als Vorzeige-Privatschule beschrieben, an der Gewaltprobleme keine zentrale Rolle spielen.
Grundlage für die politische Forderung ist das „Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer“. Dafür wurden 14.000 Schüler und 2500 Lehrkräfte befragt. Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte nehme Gewalt und Konflikte als großes oder sehr großes Problem wahr; bereits an Grundschulen gebe es Kinder, die zunehmend gewaltbereit seien und „wegen Kleinigkeiten explodieren“.
Die CDU will nach Angaben von WELT unter anderem eine Bundesratsinitiative starten, um den Tatbestand der Kindeswohlgefährdung zu erweitern. Familiengerichte sollen demnach auch tätig werden können, wenn Eltern geeignete und erforderliche Hilfen nicht beantragen.
Vorgesehen sind außerdem spezialisierte Schulen für Erziehungshilfe. Schüler, bei denen eine besondere Nähe zu Gewalt oder Radikalisierung festgestellt werde, sollen außerhalb der Regelschule betreut werden können – nach festen Kriterien und „auch ohne Einwilligung der Schülerinnen und Schüler oder ihrer Eltern“.
Gegen islamistische Radikalisierung sollen Gebetsräume an Schulen nur angeboten werden, wenn sie für alle Religionen offen und beaufsichtigt sind. Zusätzlich soll mit der Einführung eines ordentlichen Faches Religion die Vermittlung religiöser Werte unter staatlicher Aufsicht gestärkt werden.
Ein weiterer Bestandteil des Plans betrifft Smartphones und soziale Medien. An Grundschulen soll ein generelles Handyverbot gelten, an weiterführenden Schulen sollen Smartphones nur in den Pausen und in Freistunden genutzt werden dürfen.
„Kein Kind wird von allein zum Gefährder, zum Islamisten, zum Gewalttäter. All das setzt Radikalisierungsschritte voraus.“ – Stefan Evers, WELT
Infobox: Der Acht-Punkte-Plan setzt auf Prävention, Intervention und Repression. Vorgesehen sind unter anderem spezialisierte Schulen, strengere Maßnahmen bei fehlender Elternkooperation, beaufsichtigte Gebetsräume und Einschränkungen der Handynutzung. Quelle: WELT.
Berufswahl: Eltern sollen unterstützen, ohne Druck aufzubauen
Die Berufswahl kann für Jugendliche zu einem „Minenfeld“ werden, wenn Eltern zu stark eingreifen oder ihre Vorstellungen durchsetzen wollen. Ein Beitrag von Vodafone live widmet sich der Frage, wie Eltern Unterstützung anbieten können, ohne zu nerven.
Der übermittelte Inhalt des Beitrags enthält neben dem Titel und dem Veröffentlichungsdatum 21.08.2026 - 04:27 Uhr keine nutzbaren Ausführungen zum eigentlichen Thema der Berufswahl. Deshalb lassen sich daraus keine weiteren Aussagen zu Empfehlungen, Chancen oder Risiken ableiten.
Infobox: Der Beitrag behandelt die Unterstützung von Jugendlichen bei der Berufswahl. Konkrete inhaltliche Angaben sind in der vorliegenden Quelle nicht enthalten. Quelle: Vodafone live.
U10 für 9- bis 10-Jährige soll Kassenleistung werden
Neun- bis Zehnjährige sollen künftig eine neue Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen bekommen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die sogenannte U10 beschlossen, die bislang nur von einigen Krankenkassen übernommen wurde.
Nach Informationen von WEB.DE sollen bei der Untersuchung insbesondere mögliches Übergewicht, körperliche Aktivität, Bildschirmzeit und psychische Auffälligkeiten betrachtet werden. Außerdem ist eine ausführliche Anamnese vorgesehen, bei der Eltern zu Krankheitsrisiken und Belastungen innerhalb der Familie befragt werden.
Neu ist ein Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Er soll das psychische Wohlbefinden des Kindes erfassen und vorab von den Eltern ausgefüllt werden.
Die U10 soll zeigen, ob sich ein Kind altersgerecht entwickelt oder Hinweise auf Erkrankungen beziehungsweise besondere Risiken vorliegen. Auch eine Impfberatung steht auf dem Plan, insbesondere mit dem Ziel, die Quoten der HPV-Impfung zu erhöhen.
Der G-BA hat zusätzlich beschlossen, die Befunde der Jugenduntersuchung J1 im Kinderuntersuchungsheft, dem sogenannten Gelben Heft, festzuhalten.
| Untersuchung | Altersbereich oder Zeitraum |
|---|---|
| U1 bis U3 | Erste Tage und Wochen nach der Geburt |
| U4 bis U6 | Bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres |
| U7 bis U9 | Bis kurz nach dem 5. Geburtstag |
| U10 | 9- bis 10-Jährige |
| J1 | 12 bis 14 Jahre |
Bis die U10 in allen Kinderarztpraxen als Kassenleistung angeboten werden kann, werden noch einige Monate vergehen. Zunächst müssen die Beschlüsse dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt werden; gibt es keine Einwände, werden sie im Bundesanzeiger veröffentlicht und treten in Kraft. Danach wird innerhalb von 6 Monaten festgelegt, wie viel Geld Ärztinnen und Ärzte für die Untersuchung bekommen.
Die Aufnahme in die Regelversorgung soll laut G-BA eine Lücke zwischen der U9 und der J1 schließen. Die U9 findet um den 5. Geburtstag herum statt, während die J1 im Alter von 12 bis 14 Jahren erfolgt.
Expertinnen sehen im Alter von 9 und 10 Jahren einen günstigen Zeitpunkt, um Gewichtsentwicklung und auffällige Verhaltensmuster gegebenenfalls noch zu beeinflussen. Psychische Auffälligkeiten wie Angst, Essstörungssymptome, ADHS-Verdacht und soziale Rückzugstendenzen könnten früher erkannt werden.
„Während die U1 bis U9 wahrscheinlich aufgrund der kürzeren Zeitabstände fast vollständig wahrgenommen werden, erreicht die J1 aktuell nicht einmal die Hälfte der Jugendlichen.“ – Ursula Felderhoff-Müser, WEB.DE
Eva Möhler warnt zugleich davor, eine einzelne Untersuchung zu überschätzen. Bei Adipositas müsse beispielsweise geklärt werden, wie dem Kind anschließend weitergeholfen werden könne. Wichtig sei außerdem, Kinder nicht vorschnell zu verurteilen, sondern mit offenen Fragen ihre Perspektive einzuholen.
Infobox: Die U10 soll für 9- bis 10-Jährige eine reguläre Kassenleistung werden. Untersucht werden unter anderem Gewicht, Bewegung, Bildschirmzeit, psychisches Wohlbefinden und Impfstatus. Quelle: WEB.DE.
Geld für gute Noten: Lehrer und Wissenschaftlerin sehen Risiken
Zum Schuljahresbeginn wird erneut darüber diskutiert, ob Eltern ihre Kinder für gute Noten finanziell belohnen sollten. Der MDR berichtet, dass manche Familien Geld in die Sparbüchse geben, während Lehrkräfte vor allem konstante Unterstützung und Ermutigung als motivierend beschreiben.
Michael Jung, Lehrer an einer Oberschule in Freiberg und Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, sagt, Geld spiele in manchen Familien eine Rolle. Zugleich sei dies sozial abhängig; bei Familien mit einem kleineren Geldbeutel stehe Geld vermutlich nicht im Vordergrund.
Jung hält finanzielle Belohnungen höchstens in Ausnahmefällen für sinnvoll, etwa am Schuljahresende beim Zeugnis. Entscheidend sei eine tägliche Begleitung: Eltern sollten Mut machen, Zeit investieren und gute Leistungen wertschätzen.
Dabei müsse berücksichtigt werden, dass eine Eins für ein Kind eine Drei für ein anderes sein könne, weil Lernen nicht allen gleichermaßen leichtfalle. Pauschale Geldbeträge je nach Note könnten deshalb die Anstrengungen schwächerer Kinder nicht angemessen berücksichtigen.
Die Erziehungswissenschaftlerin Ulrike Deppe von der TU Chemnitz sieht das Erleben von Autonomie als besonders wichtige Belohnung. Kinder seien motiviert, wenn sie das Gefühl hätten, etwas leisten zu können und dafür anerkannt und gelobt zu werden.
„Man weiß, dass die größte Belohnung eigentlich das Erleben von Autonomie ist.“ – Ulrike Deppe, MDR
Ein fester Geldbetrag für eine bestimmte Note könne innerhalb einer Familie zu Ungerechtigkeit führen, wenn ein Kind regelmäßig Einsen schreibe und ein anderes große Anstrengungen unternehmen müsse, um eine Drei oder eine gute Zwei zu erreichen. Dies könne Frustration und Demotivation auslösen.
Auch Strafen für schlechte Leistungen hält Deppe nicht für sinnvoll. Stattdessen sollten Eltern gemeinsam mit ihren Kindern nach den Ursachen suchen. Als mögliche Gründe nennt der MDR unter anderem die Pubertät, Unsicherheit im Klassenverband oder ein schwieriges Verhältnis zur Lehrkraft.
Infobox: Geld kann laut den im MDR-Beitrag zitierten Stimmen eine Belohnung sein, sollte aber nicht den eigentlichen Lernantrieb ersetzen. Ermutigung, Unterstützung und die Anerkennung individueller Anstrengungen stehen im Mittelpunkt. Quelle: MDR.de.
Drei Generationen unter einem Dach: Familie beschreibt Vorteile
Eine Familie aus Milwaukee lebt mit drei Generationen unter einem Dach. Brintha Vasagar, 42, lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann, ihren zwei Kindern und ihren Eltern aus der Babyboomer-Generation.
Wie Business Insider Deutschland berichtet, begann das Zusammenleben, nachdem Vasagars jüngstes Kind im Jahr 2023 geboren wurde. Ihre Eltern, mittlerweile 74 Jahre alt, übernahmen einen großen Teil der Betreuung und waren bereits bei der Geburt des ersten Sohnes im August 2023 dabei.
Die Familie teilt sich Küche, Wohnzimmer und weitere Bereiche des mehr als 100 Jahre alten Hauses in Milwaukee. Das Schlafzimmer der Eltern liegt im Erdgeschoss und schafft nach Angaben der Mutter etwas Freiraum.
Vasagar arbeitet als Hausärztin, ihr Ehemann Tim, 41, im Finanzwesen. Beide arbeiten lange und schätzen es, dass ihre Kinder während dieser Zeit von den Großeltern betreut werden.
Die Großmutter übernimmt meist das Kochen und ist für das Fläschchengeben bei Devan zuständig. Der Großvater kümmert sich um das Waschen und Sterilisieren der Fläschchen, liest dem älteren Sohn Luxman Bücher vor und zeigt ihm naturwissenschaftliche Tricks.
Die Familie beschreibt die Wohnform als Vorteil für alle Beteiligten. Die Kinder verbringen Zeit mit ihren Großeltern, während die Eltern die Betreuung in vertrauten Händen wissen. Für die Großeltern bedeute das Zusammenleben außerdem geistige Aktivität und ein Ziel im Alltag.
Die Großeltern führen daneben weiterhin ein eigenes Leben mit ehrenamtlicher Arbeit, Reisen und Besuchen bei der Tochter in Philadelphia. Die Familie gönne sich auch Auszeiten voneinander.
Unterschiede bei den Erziehungsmethoden habe es laut Vasagar bislang nicht gegeben. Die Eltern respektierten die aktuelle medizinische Forschung zur Kinderbetreuung, während Vasagar ihnen zeigte, wie beide Babys gewickelt werden.
Nach einer schweren Operation des Großvaters im April hatten Ärzte ihm Beschränkungen beim Heben auferlegt. Devan wieder auf den Arm nehmen zu können, habe ihn motiviert, schneller gesund zu werden.
Die Familie betont jedoch, dass dieses Modell nicht für jeden geeignet sei. Für sie selbst funktioniere das Zusammenleben „zu 100 Prozent“.
Infobox: In Milwaukee verbindet die Familie gemeinsame Kinderbetreuung mit einem selbstständigen Leben der Großeltern. Die drei Generationen teilen sich den Haushalt, profitieren voneinander und betonen zugleich, dass dieses Modell nicht für jede Familie passen muss. Quelle: Business Insider Deutschland.
Quellen:
- „Zwei-Wort-Modell“: Logopädin nennt Fehler, den viele Eltern beim Vorlesen machen
- „Auch ohne Einwilligung der Schüler oder Eltern“ – CDU-Plan gegen Gewalt an Berliner Schulen
- Minenfeld Berufswahl: Wie Eltern unterstützen ohne zu nerven
- Neue U-Untersuchung für 9- bis 10-Jährige – was Eltern wissen müssen
- Geld für gute Noten – Sollten Kinder so belohnt werden?
- 3 Generationen unter einem Dach – so verändert das unsere Familie














